Begegnung auf der Kellertreppe

10.11.2020 16:00 // hk

Bedeutsam und schwer: Die Eulen Ludwigshafen gastieren am 7. Spieltag der Handball-Bundesliga-Saison 2020/21 bei der HSG Nordhorn-Lingen (Anwurf: Mittwoch, 19 Uhr). Die Partie in der Emslandarena leiten Jannik Otto (Syke-Barrien) und Raphael Piper (Kiel). Nordhorn belegt vor der Begegnung auf der Bundesliga-Kellertreppe mit 2:10 Punkten Platz 18 im 20 Mannschaften zählenden Feld, die Eulen liegen mit 3:9 Punkten auf Rang 15.

„Es wird ein ganz schweres Spiel. Es ist eins gegen einen direkten Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Wir brauchen eine perfekte Leistung, um zu punkten“, betont Eulen-Trainer Ben Matschke. Der beim 27:27 gegen den TSV Hannover-Burgdorf mit Rückenproblemen vorzeitig ausgeschiedene Kreisläufer Christian Klimek ist wahrscheinlich mit von der Partie. Für den Fall des Falles ist mit Benedikt Damm ein dritter Kreisläufer neben Max Haider im Kader für Nordhorn. Wieder fit nach Bänderriss ist Pascal Durak und bildet mit Daniel Wernig, der Alex Falk ersetzt, das Rechtsaußen-Gespann. Beide sind auch als Siebenmeterwerfer wichtig.

Zählbares im Visier

Haider hat „Lust auf Mittwoch“, auf die Partie in Nordhorn. Dass im Vorjahr beide Spiele gegen die HSG gewonnen wurden – schöne Erinnerungen, aber ohne Aussagekraft für das Wiedersehen. „Für uns ist das schon ein wichtiges Spiel, das wir gewinnen wollen. Ich bin auch zuversichtlich, dass wir das schaffen, auch wenn Nordhorn nicht mehr mit der Mannschaft des letzten Jahres zu vergleichen ist. Sie haben ein ganz anderes Auftreten, spielen einen guten, schnellen Ball. Die Handschrift des neuen Trainers ist erkennbar“, urteilt Max Haider. Bei der HSG hat Daniel Kubes, der schon als Spieler in Nordhorn aktiv und erfolgreich war, im Sommer Geir Sveinsson als Trainer abgelöst. In Torhüter Björn Buhrmester, mit Georg Pöhle, Philipp Vorlicek und Patrick Miedema im Rückraum und den torgefährlichen Außen Robert Weber und Pavel Mickal weiß die HSG schon besondere Spielertypen mit reichlich Erfahrung auf der Platte. So sieht Max Haider den Druck eher auf Seiten der HSG als bei den Eulen: „Das ist ein guter Gegner. Wir wollen in erster Linie ein gutes Spiel machen, aber auch Zählbares mitnehmen!“

Über allem steht der Teamgedanke

Im Jahr eins nach dem Abschied der „Leader“ Kai Dippe und Freddy Stüber, die mit viel Emotion spielten und lautstark dirigierten, sieht sich Haider in neuer Rolle und „mit ganz anderen Aufgaben“ als in der Vergangenheit betraut, die generell auf mehrere Schultern verteilt wird. „Da sind uns ja nicht nur akustisch zwei Stützen weggebrochen. Und da komme jetzt auch ich ins Spiel. Ich bekomme mehr Verantwortung und fühle mich auch in der Pflicht, mehr zu machen. Ich will diese Aufgaben ja auch übernehmen und freue mich drauf.“ Haider ist auch verbal gefordert – auf dem Parkett und auf der Bank. „Das sind Aufgaben, in die man sich erst einmal eingrooven muss“, sagt der 24-Jährige, den Rückenprobleme in der Saisonvorbereitung lange lahm legten: „Ich bin jetzt super zufrieden wie es läuft. Es ist definitiv so, dass ich erst auf die Mannschaft, dann auf mich schaue. Es sind Aufgaben, bei denen ich einiges mitbestimmen muss. Wir haben das als Mannschaft in den letzten beiden Spielen richtig gut gemacht. Da bin ich richtig stolz auf die Mannschaft!“ Haider, der auch in diesem Jahr noch einmal unglaublich an seiner Athletik arbeitete, wird von großem Ehrgeiz und Leistungswillen getrieben: „Ich weiß um meine Schwierigkeiten und mein Potenzial. Ich freue mich drauf, mich weiterzuentwickeln.“

Viel Lob für „Klimo“

Durch die Verpflichtung von Christian Klimek (30) gibt es am Kreis eine neue Arbeitsteilung. „‘Klimo‘ ist ein super angenehmer Kerl. Wir verstehen uns richtig gut! Wir wissen beide um unsere Stärken und um die Stärken des anderen und ergänzen uns gut“, betont der sechs Jahre jüngere Max Haider: „Wir geben uns ein ehrliches Feedback, wir pflegen einen gesunden Konkurrenzkampf. Der ist wichtig, um sich weiter zu entwickeln.“

Ohne Philipp Grimm

Teammanager Philipp Grimm (35), der nach dem Ausfall von Jonathan Scholz und Jannik Hofmann drei Jahre nach seinem Karriereende als Nothelfer sein Comeback in der Bundesliga gab, ist in Nordhorn nicht dabei. „,Johnny‘ Scholz ist ja wieder fit und Jan Remmlinger hat das ja auch gut gespielt“, sieht Grimm seine Mission beendet. Wohl dem, der solche Typen und Charaktere im Verein weiß! Er hofft, dass die Mannschaft den positiven Trend auch am Mittwoch bestätigen kann. Die Entwicklung, speziell die der jungen Spieler, stimmt den Teammanager hoffnungsfroh. Grimm: „Es war schon besonders, dass Jannek Klein mit dem Siegtor in Balingen und Hendrik Wagner mit dem Ausgleichstreffer gegen Hannover jeweils Sekunden vor Schluss entscheidend getroffen haben.“