Die Eulen Ludwigshafen haben ihr letztes Saisonspiel in der 2. Handball-Bundesliga gegen den TV Hüttenberg am Samstagabend vor 1970 Zuschauern 31:33 (13:14) verloren. Nach 34 Spieltagen rangieren die Eulen mit 24:44 Punkten auf Platz 13. Am 13. Juli startet die Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Eulen-Geschäftsführer Andreas Olbert danke nach dem Abpfiff den Fans für ihre Treue, dem Trainerteam um Michael Haaß für die Top-Arbeit allen Widrigkeiten zum Trotz.
Abschluss auf Ibiza
Nach dem Spielende verabschiedeten die Eulen am Samstag fünf Spieler. Geschäftsführer Andreas Olbert, Teammanager Philipp Grimm und Mittelmann Marc-Robin Eisel fanden wertschätzende Worte für Leon Hein, Žiga Urbič, Mats Grupe, Tim Schaller und Kapitän Freddy Stüber. Am Tag nach dem Saisonfinale flog die Mannschaft nach Ibiza. Dort wird der Saisonabschluss bis Mittwoch gefeiert. Das Klassenziel ist trotz des gewaltigen Verletzungspechs erreicht, das vom Sportlichen Leiter Christian Deller vorgegebene Ziel von 30 Punkten nicht.
Nici Waldvogel im Kader
Erstmals nach acht Monaten Pause infolge eines Kreuzbandrisses stand Nici Waldvogel wieder im Eulen-Kader. Der Rückraumspieler kam aber noch nicht zum Einsatz, schnupperte aber wieder Zweitliga-Luft. Lars Röller fehlte noch verletzt, der am Freitag in Prien am Chiemsee erneut am Mittelfuß operierte Mihailo Ilic wird wohl erst im Laufe des Sonntags die Heimreise antreten können.

Mats Grupe bundesligareif
Der Mann der ersten 30 Minuten hütete letztmals der Eulen-Tor: Mats Grupe bewies mit elf Paraden vor der Pause, dass er bundesligareif ist! Großartig wie er in der 6. Minute einen Siebenmeter von Danil Dyatlov parierte und auch dessen Nachschuss meisterte. Die Krönung nach der sechsten Parade: Grupe traf ins verwaiste Gehäuse der Hüttenberger. Die führten zur Pause 14:13. Die Eulen hatten die 11:9-Führung durch neun technische Fehler verspielt. Nach 42 Minuten machte Grupe Platz für Žiga Urbič. Er parierte fünf Bälle. Zwölf Paraden und zwei Tore standen am Ende im Arbeitsnachweis Grupes.

Top: Schaller und Eisel
Mit 14 technischen Fehlern brachten sich die Eulen um den möglichen Lohn. Sie kämpften auch nach dem 22:26 (47.), 25:30 (54.), 28:32 (56.) unverdrossen, verkürzten 23 Sekunden vor Schluss durch den starken Kapitän Stüber (5 von 5) auf 31:32. Aber Leonard Volk machte mit dem 33:31 den Sack zu und ließ die Mittelhessen jubeln. Stark in seinem Abschiedsspiel: Tim Schaller (8/4). Er machte 8 von 10 und ist mit 159 Toren, 92 durch Siebenmeter, bester Torschütze der Eulen. Marc-Robin Eisel ist der zweitbeste Torschütze der Ludwigshafener. Er traf 156 mal. Eisel, der am Samstag seinen 27. Geburtstag feierte, ist mit 113 Assists bester Vorlagengeber der Eulen. 112 mal traf Friedrich Schmitt, der aber nur in 26 Spielen zum Einsatz kam.

Lotto-Chef Baldauf zu Gast
Zu Gast beim Saisonfinale der Eulen war Christian Baldauf, der neue Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz. An seiner Seite war Rudolf Storck. Der Vorsitzende der Lotto-Gesellschafterversammlung ist Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz. Die Eulen und Lotto begrüßten beim Spiel gegen Hüttenberg auch 15 VIP-Gäste von „Ziemlich beste Kollegen“, dem Förderverein von Zoar Alzey, der sich Menschen mit Handicaps annimmt. „Das ist eine sehr schöne Sache“, lobte Baldauf die Einladungen an sozial und karitativ engagierte Einrichtungen. Mit Andreas Olbert hatte er die Gäste aus Alzey begrüßt. „Auf die Aufgabe bei Lotto freu‘ ich mich. Das macht Spaß“, sagte Baldauf, der frühere CDU-Landesvorsitzende und ehemalige Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion an seinem sechsten Arbeitstag als Lotto-Chef. Baldauf, der auch eigene Ideen einbringen und umsetzen möchte, lobte auch seinen Vorgänger: „Ich habe von Jürgen Häfner ein gut bestelltes Haus übernommen.“
400 Kilometer für 60 Minuten
Ein besonderer Fan nahm am Samstag eine Anreise von über 400 Kilometern in Kauf, um wieder live beim Saisonfinale dabei zu sein: Nico Stieglitz aus Wernigerode im Harz. Der 16-Jährige ist schon viele Jahre Eulen-Fan. Er reiste mit seinem Vater an. In der Halbzeit war Nico Interview-Gast von Karsten Knäuper bei Dyn.

Hut ab, Moritz Zörb!
Zur Freude der Hüttenberger Fans gaben die Eulen TVH-Kreisläufer Moritz Zörb nach seinem letzten Spiel im Dress der Mittelhessen eine Bühne. Nach zehn Jahren im Trikot des TV Hüttenberg sagt er ade. „Sei stolz auf Dich“, gratulierte Eulen-Teammanager Philipp Grimm dem 30-Jährigen Ex-Wetzlarer zu einer starken Karriere. In seinem letzten Spiel für Hüttenberg bewies der Kreisläufer nochmals Klasse und machte 7 von 10.

Danke, Leon!
Nach einem Jahr bei den Eulen geht Leon Hein (23) zum Drittligisten Eintracht Hildesheim. Philipp Grimm attestiert dem beim SC Magdeburg top ausgebildeten Kreisläufer großen Trainingsfleiß und Wissbegier. Die Rolle hinter den gestandenen Kreisläufern Stüber und Röller habe Hein angenommen. „Dafür unser Respekt“, würdigte Teammanager Grimm. „Du warst da, um der Mannschaft zu helfen“, lobte Grimm die Leistungen Heins nach dem Fehlen von Stüber und Röller. „Wir versprechen, wir schauen ganz genau nach Hildesheim …“, sagte Grimm vieldeutig.

Danke, Mats!
Vor dreieinhalb Jahren kam Mats Grupe aus dem Talentschuppen der Löwen, nun wechselt er zu einem Bundesligisten. „Von Anfang an war uns klar, dass das ein Riesentalent ist“, würdigte Marc-Robin Eisel den Torhüter, den er als „sehr angenehmen Typ“ beschrieb. „Du wirst deinen Weg gehen, wir sind stolz auf dich. Vielen Dank, dass du bei uns warst“, würdigte Eisel den 23-Jährigen. Er hielt am Samstag bundesligareif und wechselt zu einem Bundesligisten.

Danke, Žiga!
„Du bist für mich ein Phänomen“, lobte Marc-Robin Eisel den 29 Jahre alten slowenischen Torwart, der 2021 vom SC Ferlach aus Österreich kam und zum TV Großwallstadt wechselt. „Sehr wissbegierig, was die Sprache angeht“, erlebte Marc-Robin Eisel die Nummer 97 der Eulen. Žiga kann auch pfälzisch babbeln. „Ich kenne keinen Externen, der einen eigenen Fanclub hat“, sagte Eisel mit Blick auf die Sektion Žiga: „Wir sind sehr froh, dass du ein Teil der Eulen-Familie warst.“ Žiga Urbič dankte besonders seiner Frau, die bei jedem Heimspiel dabei war. Die kleine Hanna ist in Ludwigshafen geboren. Urbič: „Ihr Fans werdet in meinem Herzen bleiben.“

Danke, Tim!
Marc-Robin Eisel schilderte das Besondere. Drei Jungs, also Kian Schwarzer, Tim Schaller und eben Eisel spielten schon in der C-Jugend zusammen. „Tim ist einer der besten Linksaußen der Liga“, betont Eisel. Er attestierte „Schalli“ Charakterstärke: „Die ganze Mannschaft wird dich vermissen“, sagte Eisel. „Jeder weiß, wir sehr ich dem Verein verbunden bin“, sagte Tim Schaller, der Eisblock: „Es gibt sehr viele Leute, denen ich viel verdanke, wie meinen Eltern, die hier in der Halle kein Spiel versäumt haben.“ Maschinenbau-Ingenieur Schaller präferiert fortan den Beruf. Schaller sagte: „Danke für alles!“

Danke, Stübi!
Philipp Grimm beschrieb die Stübi-Story in zwei Teilen; zum einen die von 2017 bis 2020, dann ab 2024. Bei den Eulen schrieb der Kreisläufer mit an der Geschichte des „Wunder von Ludwigshafen 2.0“. „Die Eulen-DNA mussten wir Freddy nicht beibringen. Du hast hier 100-prozentig reingepasst“, lobte Grimm, der „Stübi“ den „vielleicht bedeutsamsten Assist“ der Vereinshistorie zuschrieb. An jenem 9. Juni 2020 lieferte der Kreisläufer den Pass, den Jonathan Scholz zum 31:30 entscheidenden gegen Minden nutzte. „Ich bin froh, dass wir es nochmal hingekriegt haben“, sagte Philipp Grimm zu Stübers Rückkehr. „Ich möchte Danke sagen, dass ich nochmals hier spielen konnte“, betonte Stüber. „Danke, Capitano“, sagte Andreas Olbert. Die Aktienkurse von Johnson & Johnson dürfen bei einem Mitarbeiter wie Stüber rasch steigen, orakelte Grimm.
Fotos: Harry Reis
