Und wieder abgewatscht: Die Eulen Ludwigshafen gehen am Samstagabend an der Ostsee unter, unterliegen vor 1905 Zuschauern beim VfL Lübeck-Schwartau 21:32 (8:14). Vor den Sonntagsspielen ist Lübeck nach dem fünften Heimsieg im fünften Heimspiel mit 14:4 Punkten Tabellenzweiter in der 2. Bundesliga, die Eulen sind mit 4:14 Punkten Tabellen-17.. Sie sind nach dem neuesten Waterloo auf einem Abstiegsplatz angekommen. „Es ist ein verdienter Sieg – auch in der Höhe. Lübeck war in allen Belangen überlegen“, gratulierte Eulen-Trainer Michael Haaß. Kollege David Röhrig durfte strahlen. Der Traum von der Bundesliga lebt.
Die Seuche schwächt
Die Eulen-Seuche hört nicht auf: Nun muss auch lange Zeit auf Top-Torjäger Friedrich Schmitt verzichtet werden. Der Halblinke erlitt vor Wochenfrist in der 28:38 verlorenen Partie beim HC Elbflorenz in der 6. Minute einen Außenbandriss. Sebastian Bösing, Nothelfer am Kreis, musste in Lübeck passen. Ihn hat ein Muskelfaserriss ausgebremst. Für ihn rückte Noa Zeimet in den Spieltags-Kader. Der 20-Jährige macht es nicht schlecht. Außer Bösing und „Friedrich dem Großen“ fehlten Torhüter Pawel Krawczyk, Kreisläufer Lars Röller und Tilo Müller. Sein Linkshänder-Kollege René Zobel kehrte nach Gehirnerschütterung zurück, war aber nach einer schnellen Zeitstrafe kein Faktor (0 von 2).

Frühes Rot für Mihailo Ilic
Die Eulen gehen in der 1. Minute durch Vincent Bülow in Führung. Es folgt eine 12-Minuten-Flaute mit einem 0:6-Lauf. In der 13. Minute sieht Mihailo Ilic nach einem Gesichtstreffer gegen Leonard Zink Rot. „Ich erwische ihn im Gesicht. Es war ein Wischer. Ich weiß nicht, ob man da Rot geben muss“, haderte Ilic. Der Feldverweis des Abwehrchefs, wie ihn der Trainer nennt, schwächte die Deckung! Mit dem 2:6 beendete Finn Leun (4 von 6) die quälende Zeit ohne eigenen Treffer. Lübeck spielte seine Klasse aus, hatte in Paul Holzhacker einen zunächst sicheren Siebenmeterschützen und in Adam Thorstensen einen starken Rückhalt. Er parierte vor der Pause sechs Würfen, Janis Boieck hielt vier Würfe, dabei einen Holzhacker-Siebenmeter. Das schönste Tor gelang Eulen-Kreisläufer Bruno Eickhoff mit einem Kempa zum 6:11 in der 22. Minute nach Falk-Zuspiel. Zur Pause war im Prinzip angesichts der Angriffsschwäche der Eulen schon alles klar für Lübeck. Die „Leidenschaftstiger“ führen 14:8.
Lichtblick Kian Schwarzer
Nach der Pause helfen die Tore von Kian Schwarzer das Bild zwischenzeitlich ein wenig aufzuhübschen. Der Linksaußen macht 6 von 8, verwandelt drei seiner vier Siebenmeter. „Mit 21 Toren wird man kaum ein Spiel gewinnen“, sagt der frustrierte Kapitän Eisel (7 von 13): „Wir verwerfen am Anfang 2, 3 Freie, das ist das Problem. Dann zieht Lübeck weg.“ Mit Blick auf nächsten Freitag in Lübbecke sieht Eisel viele Dinge, die es zu verbessern gilt: „Vor allem die Chancenauswertung." Zu lange bekamen die Außen der Eulen keine Bälle, Freie verwarfen überdies Alexander Falk (0 von 1) und Theo Straub (0 von 2). So spazierte Lübeck zu einem weiteren Heimsieg, der Appell von Eulen-Coach Michael Haaß das Torverhältnis nicht gänzlich zu ramponieren fruchtete nicht. „Bitter, dass wir wieder unser Torverhältnis bisschen versauen“, haderte Haaß. Im Tor löste Philipp Wenning nach 39 Minuten Janis Boieck ab, der bei 4 Paraden stehen blieb. Wenning parierte zwei Siebenmeter von Holzhacker und Nickelsen.
Fotos: VfL Lübeck-Schwartau
