Vorbereitung auf Nordhorn läuft

Zwei Spiele innerhalb von vier Tagen 04.11.2020 12:00 // hk

Die Tabelle der Handball-Bundesliga – aus Sicht der Eulen Ludwigshafen nach sechs Spieltagen eine schöne Momentaufnahme: Fünf Mannschaften liegen hinter den Eulen, würde die Tabelle nach 38 Spielen so aussehen, wäre der Klassenverbleib geschafft, ein fünftes Jahr in der Erstklassigkeit gesichert.

„Nordhorn hat jetzt uns und dann Essen, die können auf einmal auch sechs Punkte haben“, ordnet Eulen-Trainer Ben Matschke ein, der schon nach dem 27:27 gegen TSV Hannover-Burgdorf die Vorbereitung auf zwei schwere Spiele innerhalb von vier Tagen startete: Am Mittwoch, 11. November (19 Uhr), gastieren die Ludwigshafener bei der HSG Nordhorn-Lingen, am Samstag, 14. November (20.30 Uhr), wird der HC Erlangen in der Friedrich-Ebert-Halle erwartet. „Nordhorn und Erlangen sind fertig – die Videos für beide Spiele sind schon geschnitten“, erklärte der Coach am Dienstag.

Pausieren muss Kreisläufer Christian Klimek wegen seiner im Spiel gegen die Hannoveraner erlitten Rückenverletzung. „,Klimo‘ unterzieht sich einer Spritzenkur“, informierte der Coach. „Mir geht es besser, ich kann mich im Alltag schon besser bewegen“, ließ Klimek wissen. Er will bis Nordhorn fit sein. Rechtsaußen Pascal Durak ist nach seinem Bänderriss sicher, dass auch er dabei sein kann: „Definitiv …!“

„Tomo“ – gut und bescheiden

Martin Tomovski und Gorazd Škof, die beiden Torhüter der Eulen, fehlen derzeit und sind beide bereits am Donnerstag-Abend nach dem Spiel abgereist. Tomovski spielt heute Abend mit der Nationalmannschaft Nord Mazedoniens in der EM-Qualifikation gegen Finnland und am Samstag gegen die Schweiz. Škof sollte bei „seiner“ Nationalmannschaft, das Team Sloweniens, passiv dabei sein, hat aber wegen der Corona-Pandemie darauf verzichtet und wird von seinem Physio wegen einer Knieverletzung behandelt. Der 43-Jährige, in der Schlussphase beim Remis gegen die Recken ebenso überragend wie beim Sieg in Balingen, erwies sich in den Minuten davor einmal mehr als exzellenter Ratgeber des 20 Jahre jüngeren Tomovski, der immer besser wird. Neun Paraden, zwei gehaltene Siebenmeter gegen Hannover – Tomovski macht seinen Weg! „Wenn man in junge Spieler wie Martin investiert, die aus dem Ausland kommen, dann braucht das Zeit. Die neue Sprache, die Anpassung – das dauert. Wenn sich jemand dann wohl fühlt wie Martin, der eine sehr gute Athletik hat, während der Corona-Pause jeden Tag in der Halle war und hart an sich gearbeitet, sich durch den Kontakt mit seinen Mitspielern auch sprachlich verbessert hat, dann wird man belohnt“, lobt Ben Matschke. „Tomo“ freut sich über Lob und Anerkennung, bleibt aber gewohnt bescheiden: „Langsam, aber sicher …“

Die jungen Entscheider

Lob erfuhren nach den letzten Spielen auch Jannek Klein und Hendrik Wagner. Beim 27:26 (13:14) in Balingen schoss der 21 Jahre junge Klein die Eulen acht Sekunden vor Schluss zum Sieg. Zwei Sekunden vor dem Ende traf Wagner gegen Hannover zum 27:27. „Was mir gefällt ist, dass wir bis zum Schluss dran glauben und dann auch das Tor machen“, betont Matschke. Wagner, 23 Jahre alt, vom Drittligisten SG Leutershausen fest zu den Eulen gewechselt, freut sich über seinen Stellenwert im Team: „Ich bin schon überrascht, wie viel Verantwortung man mir hier gibt …“ Wagner, der Mann mit dem härtesten Wurf im Kader, traf gegen die Recken bei sechs Versuchen viermal. „Wenn er das Tor trifft, ist der Ball drin“, orakelte sein Trainer schon bei der Vorstellung der fünf Neuzugänge.

Mappes in der Mannschaft der Woche

Erstmals in dieser Saison steht Mittelmann Dominik Mappes in der „Mannschaft der Woche“ der LIQUI MOLY HBL. Mit sieben Treffern, sechs nach der Pause, war Mappes so etwas wie der Mann des Spiels gegen Hannover. „Mappes hat auch in der ersten Halbzeit schon gut gespielt. Mit Würfen aus neun oder zehn Metern war aber auch er, gerade auch bei einem Torhüter wie Lesjak, zu weit weg“, erläuterte Matschke. Aus sieben, acht Metern traf Mappes dann fast nach Belieben. „Das war top, er hat sich belohnt, bei allem was er investiert“, lobte der Trainer den Strategen. So gut in Schuss brauchen die Eulen ihre Nummer 25 auch in Nordhorn.

Lob für Nordhorn

Mit Respekt beurteilt Ben Matschke die Entwicklung bei der HSG Nordhorn-Lingen. „Nordhorn ist im zweiten Jahr in der Bundesliga. Der große Respekt aus dem ersten Jahr ist weg“, sieht Matschke eine viel selbstbewusstere Mannschaft auf der Platte. Das war auch am Sonntag erkennbar, als die HSG in Kassel gegen MT Melsungen lange klasse mitspielte. Das MT-Star-Ensemble um Silvio Heinevetter und Kai Häfner tat sich schwer, ehe der 33:28-Sieg perfekt und zwei Punkte eingetütet waren. Matschke findet viel Lob für die Arbeit seines Trainerkollegen Daniel Kubes in Nordhorn: „Er macht das sehr gut. Sie spielen sehr lange Angriffe mit viel Bewegung, sehr flüssig über die Außen. Da ist eine große Weiterentwicklung. Das ist eine gute Mannschaft.“

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