Gäste Portrait TV Großwallstadt
Beim TV Großwallstadt hat der Sommer einen spürbaren Schnitt gebracht, denn mit Mario Stark, Moritz Klenk, Finn Wullenweber und Maximilian Horner verließen gleich mehrere langjährige Stützen den Verein, dazu beide Torhüter. Geblieben ist ein Kader von zwanzig Spielern, dessen Durchschnittsalter bei 23,8 Jahren liegt und der durch mehrere Talente aus dem Perspektivkader ergänzt wird. Dass der Etat mit rund 1,7 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau liegt, die Lizenz aber ohne Auflagen erteilt wurde, passt zu der Marschroute, die Geschäftsführer Michael Spatz ausgegeben hat: Der TVG will auf junge Spieler setzen und sie schrittweise an den Profibereich heranführen, dafür jedoch erfahrene Akteure halten, die Verantwortung übernehmen und den Jüngeren Orientierung geben.
Unterstützung bekommt Cheftrainer André Lohrbach, der seit Herbst 2024 im Amt ist, in dieser Saison von einem neuen Mann an der Seitenlinie. Der 36-jährige Marko Sokicic soll als Co-Trainer vor allem die individuelle Spielerentwicklung und den athletischen Bereich verantworten, während der Verein mit dem neuen Trikot UNITY ein Zeichen für den Zusammenhalt innerhalb der TVG-Familie setzt.
Wer als Eulen-Fan auf das Gästeaufgebot schaut, wird dabei gleich mehrfach ein bekanntes Gesicht entdecken. Torhüter Žiga Urbič hat Ludwigshafen nach fünf Jahren in Richtung Untermain verlassen, und auch Yessine Meddeb und Sebastian Trost standen bereits am Rhein unter Vertrag, wobei Trost nach seinem Kreuzbandriss vom Dezember weiterhin an seiner Rückkehr arbeitet. Der prominenteste Name in dieser Reihe ist jedoch Jannek Klein, der von 2019 bis 2024 für die Eulen auflief, anschließend über die Füchse Berlin nach Potsdam ging und in Großwallstadt bis 2029 unterschrieben hat. Spatz beschrieb ihn bei der Verpflichtung als kompletten Spieler mit Erstligaerfahrung, und im Rückraum setzt Lohrbach erkennbar auf ihn.
Sportlich verlief der Start in die neue Spielzeit allerdings schwierig. Nachdem der TVG im DHB-Pokal dem Erstligaaufsteiger HBW Balingen-Weilstetten mit 31:38 unterlegen war, folgte in Hüttenberg ein 34:42, ehe die Mannschaft beim Heimdebüt gegen Bundesligaabsteiger SC DHfK Leipzig vor 1.038 Zuschauern bis zur Pause mithielt und erst nach dem Seitenwechsel mit 28:33 den Kürzeren zog.
Am Freitag treffen deshalb zwei Mannschaften aufeinander, die noch auf ihren ersten Punkt warten. Einen Fingerzeig gab es bereits am 12. August, als sich beide zum letzten Test in Ludwigshafen gegenüberstanden: Der TVG führte zur Pause mit 18:11 und lag vier Minuten vor Schluss noch vorn, ehe die Eulen mit einem Schlusslauf 31:30 gewannen. Wer daraus die richtigen Schlüsse gezogen hat, wird sich am Freitagabend zeigen.
