Dem „Schritt in die richtige Richtung“ soll am Freitagabend der nächste Fortschritt folgen und die Mannschaft „in die Lage versetzen, für Punkte und Siege in Frage zu kommen“. So formuliert das Michael Haaß, der Trainer der Eulen Ludwigshafen, vor dem 3. Zweitliga-Spieltag und der Partie am Freitag (19.30 Uhr) in der Friedrich-Ebert-Halle gegen den TV Großwallstadt. Maximilian Engeln aus Burscheid und Felix Schmitz aus Leverkusen leiten das Spiel. Dyn überträgt - wie alle Spiele der 1. und 2. Handball-Bundesliga - live und auf Abruf. Reporter Karsten Knäuper weiß seinen kongenialen Partner Thorsten Laubscher an seiner Seite. Im ENN-Interview der Woche hat Knäuper, der Mann für viele Fälle, dieses Mal Eulen-Dauerbrenner Alexander Falk zu Gast. Kaufland präsentiert die Einlaufkinder. Die kommen am Freitag vom JFV Rhein-Haardt Fußballclub 2021 und den Handballern der SG Zweibrücken, die ihre E- und D-Jugend auf die Platte schickt. Nach dem Spiel werden Friedrich Schmitt und Simon Schwarz beim Spieler-Talk im Foyer sein.

Jannek Klein fällt mit Mittelfußbruch aus
„Beide Mannschaften sind nicht optimal gestartet“, sagt Eulen-Coach Michael Haaß beim Blick auf die Tabelle, die die seine Mannschaft und die der Gäste auf den Plätzen 13 und 14 ebenso bei 0:4 Punkten sieht wie den TuS N-Lübbecke, HSC 2000 Coburg, TSV Bayer Dormagen und ASV Hamm-Westfalen. Die Eulen haben den Auftakt mit dem 27:34 gegen TuS Ferndorf in den Sand gesetzt und letzten Freitag sehr unglücklich 29:31 in Dessau verloren. Großwallstadt verlor beim Saisonstart in Hüttenberg 34:42 und das anschließende Heimspiel gegen SC DHfK Leipzig 28:33. Schwerer als die Niederlage beim TV Hüttenberg wiegt die Verletzung des aus Potsdam gekommenen ehemaligen Eulen-Torjägers Jannek Klein, der einen Mittelfußbruch erlitten hat und am 1. September operiert wurde. Die Leidenszeit des 27 Jahre alten Linkshänders dürfte insgesamt acht Wochen dauern. So liegt auf Halbrechts noch mehr Verantwortung bei Yessine Meddeb (26), der bei den Eulen von 2020 bis 2022 mit Klein zusammenspielte. Meddeb, seit Januar 2025 in Großwallstadt, ist gut in Schuss und warf in den beiden ersten Saisonspielen 12 Tore. Die „Eulen-Filiale“ bei den Mainfranken bereichert seit Saisonbeginn Torhüter Žiga Urbič (29), der nach fünf Jahren in Ludwigshafen zum TVG wechselte. Dorthin ging 2025 auch Rückraum-Ass Sebastian Trost (28), der nach Kreuzbandriss im Aufbautraining ist.
Kaltschnäuzigkeit fehlte
„Großwallstadt hat einige hoch talentierte Spieler im Kader“, attestiert „Micha“ Haaß. In der Vorbereitung trafen beide Teams schon mal aufeinander, die Eulen gewannen das kuriose Match nach 11:18-Pausenrückstand 31:30. Das Siegtor der Eulen warf Sebastian Bösing in letzter Sekunde. Der fehlt nun aber wegen eines Mittelhandbruchs. Erneut erwartet Haaß ein Spiel zweier Mannschaften „auf Augenhöhe“. Beim TVG überzeugte beim 28:33 gegen Leipzig der Ex-Krefelder Anel Durmic mit 12 Paraden. Im Sog der Routiniers Florian Eisenträger (34) und Patrick Gempp (30) wissen sich begabte Spieler wie Ben Battermann (22), Johan Rohwer (19), Eigengewächs Dmytro Redkyn (22), Ben Horlebein (19), Roman Aukstikalnis (23) oder Joel Zimmer (19) zu entwickeln. Seit 2025 ist André Lohrbach (37) Cheftrainer, der nach dem Abschied von Finn Wullenweber (TuS N-Lübbecke), Maxim Schalles (UHK Krems) oder Mario Stark (TV Kirchzell) den Umbruch moderiert. „Emotion und Leidenschaft“ sieht Eulen-Coach Haaß als unabdingbare Voraussetzungen, um am Freitag erfolgreich zu sein. „In Dessau hat uns die Kaltschnäuzigkeit gefehlt“, sagt Haaß beim Blick zurück auf ein Spiel, in dem seine Mannschaft lange führte, 50 Minuten die bessere Mannschaft war und quasi in Überzahl den Sieg wegwarf. Der war trotz der Ausfälle von Vincent Bülow, Sebastian Bösing, Bruno Eickhoff, Mihailo Ilic, Pawel Krawczyk und René Zobel möglich. Am Dienstag wurde Krawczyk am Meniskus operiert. Ihn vertritt als Back-up für Janis Boieck (28) abermals der Torhüter der Drittliga-Mannschaft, Philipp Wenning (22).

Lars Röller als Kommunikator gefragt
Gelungen beim Spiel in Dessau war nach ausgestandenem Mittelfußbruch der zweite Einsatz von Kreisläufer Lars Röller. Die Verletzung ist ausgeheilt, aber ohne die Vorbereitung, die der 27-Jährige komplett verpasste, kann er körperlich nicht in Top-Form sein. „Das Timing ist schwierig, weil wir ja gefühlt jede Woche durch eine neue Verletzung umstellen müssen“, sagt der vor einem Jahr aus Großwallstadt gekommene Röller. In Dessau verteidigte der 2.04-Meter große Röller nach Zobels Ausfall im Innenblock mit Neuzugang Monty Kleinsteuber. Die Beiden standen vorher noch in keinem Spiel mit der Aufgabenteilung zusammen auf der Platte. „In der ersten Halbzeit haben wir gerade in der Positionsabwehr wenig zugelassen. In der 2. Halbzeit hat es Dessau dann auch besser gemacht. Wir wissen, dass wir uns verbessern müssen“, sagt Röller. Er weiß, dass er als älterer Spieler in dieser Rolle, speziell wenn ein 19-Jähriger neben ihm verteidigt, als Kommunikator gefragt und gefordert ist. „In der 2. Halbzeit, als es in der Halle sehr laut wurde, hab‘ ich fast nichts mehr verstanden“, räumt Monty Kleinsteber ein, der gut verteidigte, gerne verteidigt und als Linksaußen auch noch 5 von 6 machte. „Kämpferisch waren wir da, wir hatten auch die nötige Leidenschaft. 50 Minuten waren wir auch die bessere Mannschaft“, sagt Lars Röller und setzt auf einen zusätzlichen Schub durch die eigenen Fans.
Gäste vom Weißen Ring
Tradition geworden bei Heimspielen der Eulen sind die Einladungen von Lotto Rheinland-Pfalz und der Eulen an jeweils 15 Gäste aus sozial und karitativ engagierten Einrichtungen. Am Freitag kommen diese Gäste vom Weißen Ring. Der 1976 unter anderem von „ZDF-Fernseh-Fahnder“ Eduard Zimmermann gegründete Weiße Ring ist ein eingetragener Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten. Der Weiße Ring ist in mehreren Ländern Europas aktiv und sieht sich als „eigenständige Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien“.
Angeführt wird die Gästegruppe des Weißen Rings am Freitag von Außenstellenleiter Joachim Bossek. Betreut werden die Gäste von den Lotto-Mitarbeitern Christian Trump, Jochen Schröter und der Gewichtheber-Ikone Ronny Weller. Mit auf der Gästeliste stehen auch Rudolf Storck, der Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, und Michael Desch, der Geschäftsführer der Fritz-Walter-Stiftung.
Fotos: Harry Reis, TV Hüttenberg, Dessau-Roßlauer HV 06
