Spieltagsflyer HSG Wetzlar

23.08.2026 10:00 // hk

Liebe Eulen-Fans, werte Besucher,

mit dem DHB-Pokalspiel gegen Bundesligist HSG Wetzlar starten wir in die Saison 2026/27. Im Fußball heißt es ja so schön, der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Sprich: David kann Goliath schlagen. Am Sonntag würde ich unsere Jungs gegen die Mannschaft um unseren ehemaligen Spielmacher Dominik Mappes gerne in der Rolle des David sehen. Leider muss unser Trainer Michael Haaß schon wieder improvisieren, gleich drei Kreisläufer sind verletzt, Mihailo Ilic ist noch nicht fit, unser neuer Kapitän Marc-Robin Eisel ist lädiert.

Wir wissen aber, dass wir eine junge Mannschaft mit großer Leidenschaft auf der Platte haben werden. Das ist auch unser Faustpfand für eine möglichst sorgenfreie Spielzeit in der 2. Handball-Bundesliga. Ich bin seit dem 1. April Geschäftsführer der Eulen – und ich bin es gerne. Ich habe es zuletzt auch öffentlich gesagt: Der Job macht mir Spaß! Wir haben, wie Sie alle wissen, unsere drei „Konfliktfelder“ bereinigt. Drei Großbaustellen zu schließen kostet aber auch Geld. Deshalb stehen wir vor großen Anstrengungen, um die Liquidität speziell für das zweite Halbjahr zu sichern. Wir alle können helfen: Natürlich unsere treuen Partner, neue Sponsoren, aber auch jeder Zuschauer, der ein Ticket löst und vielleicht noch ein, zwei Leute mitbringt. Mit unserem derzeitigen Hauptsponsor TWL haben wir diese Woche 20 Jahre Partnerschaft gefeiert. Dafür sind wir TWL-Vorstand Thomas Mösl und dem Unternehmen sehr, sehr dankbar.

Es ist gut zu wissen, dass uns Oberbürgermeister Professor Dr. Klaus Blettner nach Kräften optimal unterstützt. Das hilft! Im Umkehrschluss versuchen wir unserer Stadt auch was zurück zu geben. Wir bekennen uns zu unserer Heimatstadt, wir pflegen unsere Partnerschaften mit der Polizei und dem Klinikum, dem Hospizförderverein und zwei Kitas. Emotional war unser Benefizspiel am 7. August zugunsten der Familie des im Dienst getöteten Ludwigshafener Zugbegleiters Serkan Çalar. Wir konnten über 6000 Euro einspielen – wozu die Daniel-Nivel-Stiftung und die Lotto-Stiftung mit ihren großzügigen Spenden ganz besonders beigetragen haben. Danke!

Freuen wir uns auf eine wunderbare Saison und drücken dem David am Sonntag im Pokal die Daumen

Ihr/Euer Andreas Olbert, Geschäftsführer

Spielerstimme Robin Eisel

Hallo liebe Eulen-Fans, endlich ist es wieder soweit!

Nach einer intensiven Vorbereitung gehen die Pflichtspiele wieder los.

Die Vorbereitung an sich war wie jedes hart, hat die Mannschaft aber zusammengeschweißt.

Die Ergebnisse und Leistungen waren noch etwas inkonstant, was sich in der Saison auf jeden Fall ändern muss.

Die teilweise guten Ergebnisse haben jedoch auch gezeigt, welches Potenzial in diesem Kader steckt. Dieses Potenzial wollen wir natürlich so oft es geht abrufen.

Wir freuen uns, dass es jetzt endlich wieder richtig los geht. Auch wenn es noch nicht um Punkte geht, geht es um den Einzug in die nächste Runde des DHB-Pokals.

Wir sind zwar sicherlich der Außenseiter in dieser Partie gegen den Bundesligisten aus Wetzlar, aber wir werden alles geben, um das erste kleine Wunder der Saison zu schaffen.

Lasst uns gemeinsam gut in die Saison starten und in diesem Spiel, in dem wir nichts zu verlieren haben, zusammen alles reinhauen!

Euer Saarländer

Robin

Gäste Portrait HSG Wetzlar

Wenn die HSG Wetzlar an diesem Sonntag in der Friedrich-Ebert-Halle antritt, treffen die Eulen auf eine Mannschaft, die aus der vergangenen Spielzeit vor allem eine Erkenntnis mitgenommen hat: Es kann sehr schnell sehr eng werden. Der Klub, der seit 1998 ununterbrochen in der Bundesliga spielt, sicherte sich den Klassenerhalt 2025/26 erst am letzten Spieltag und nur über das bessere Torverhältnis.

Dabei hatte der Sommer 2025 durchaus Aufbruch versprochen. Mit Momir Ilic übernahm ein Trainer, der als Spieler zur Weltklasse gehörte, und der Start geriet ordentlich: Fünf Punkte aus den ersten sechs Spielen standen zu Buche, darunter ein 33:33 gegen Flensburg zum Auftakt, ein Auswärtserfolg in Leipzig und ein deutliches 39:28 gegen Minden. Anschließend kippte die Spielzeit jedoch innerhalb weniger Wochen, denn elf Pflichtspielniederlagen in Serie, eingeleitet vom Pokal-Aus bei den Füchsen Berlin, drückten die HSG auf einen Abstiegsplatz. Nach einem 28:38 gegen Hannover trat Ilic am 11. Dezember gemeinsam mit seinem Co-Trainer zurück.

Einen Tag später präsentierte der Verein Rúnar Sigtryggsson, der zuvor den SC DHfK Leipzig betreut hatte und in Wetzlar bis 2027 unterschrieb. Die Wende kam spät und fand fast ausschließlich in der heimischen Buderus Arena statt. Am 29. Spieltag setzte sich die HSG nach einem 9:1-Lauf mit 33:29 gegen den Bergischen HC durch, eine Woche später folgte vor ausverkauften Rängen ein 33:25 gegen den THW Kiel. Ein 8:0-Lauf in der ersten Halbzeit und zehn Paraden von Andreas Palicka legten den Grundstein für den vielleicht auffälligsten Erfolg der Saison. Auswärts blieb die Ausbeute dagegen dünn, und beim 32:33 in Hamburg vergab die HSG am vorletzten Spieltag den Matchball zum vorzeitigen Ligaverbleib.

Die Entscheidung fiel deshalb erst am 7. Juni, als die Grün-Weißen vor 4.412 Zuschauern gegen Meister Magdeburg mit 30:31 verloren, Konkurrent Minden zeitgleich aber in Leipzig patzte. Kapitän Dominik Mappes traf neun Mal und sprach anschließend von einem unbeschreiblichen Gefühl. Am Ende standen Platz 16 und die Gewissheit, dass in Wetzlar auch strukturell einiges neu justiert werden musste.

Für die neue Saison konnte Sigtryggsson erstmals eine komplette Vorbereitung leiten, inklusive Trainingslager im französischen Chambéry und eines Turniersieges beim Lindencup. Herausstechend unter den Zugängen ist die Verpflichtung von Petter Øverby. Dass ein 34 Jahre alter norwegischer Nationalspieler, Deutscher Meister und Pokalsieger mit dem THW Kiel sowie zweifacher Vize-Weltmeister, einen ligaunabhängigen Vertrag bis 2029 in Mittelhessen unterschreibt, ist für einen Klub aus dem Tabellenkeller alles andere als selbstverständlich.

Gegenzurechnen ist allerdings ein Aderlass, wie ihn die HSG selten erlebt hat. Elf Spieler haben den Verein verlassen. Unter anderem verabschiedete sich mit Stefan Cavor nach rund zehn Jahren der beste Torschütze der Vereinsgeschichte nach Ljubljana, und auch Philipp Ahouansou, in der vergangenen Saison erfolgreichster Werfer der Grün-Weißen, wechselte trotz des geschafften Ligaverbleibs zum TVB 1898 Stuttgart. Hinzu kommen die Abgänge von Justin Müller, Filip Vistorop und Nemanja Zelenovic, sodass im rechten Rückraum mit Niklas Theiß derzeit nur ein Linkshänder zur Verfügung steht. Sieben Neuzugänge sollen diese Lücken schließen, doch Qualität und Identifikation lassen sich nicht binnen weniger Wochen ersetzen. Braucht die neu zusammengesetzte Mannschaft zu lange, kann der Umbruch im Saisonverlauf schnell zur Hypothek werden.

Bei den Eulen dürfte vor allem ein Name vertraut klingen. Spielmacher Dominik Mappes trug von 2019 bis 2021 das Trikot der Ludwigshafener, ehe ihn familiäre Gründe zurück nach Mittelhessen führten. Heute ist der 31-Jährige Kapitän und Taktgeber der HSG und damit einer der Schlüsselspieler in einer Partie, die die Wetzlarer Verantwortlichen als eine der anspruchsvollsten Auslosungen der ersten Runde eingeordnet haben.

Nr.NameVornamePos.Geb.Nat.
1RavensbergenBartTW14.03.1993NED
12PantelHendrikTW13.06.2006NED
16BartuczLászló TW05.11.1991HUN
5KirschnerTristanRA03.03.2002GER
7MappesDominikRM25.12.1994GER
9TheißNiklasRR19.06.2003GER
10ŠimićJosip KM10.05.2000CRO
11ØverbyPetterKM26.03.1992NOR
13PirochTomášRR12.05.2000CZE
19PehlivanDorukRL10.07.1998TUR
20AkakpoDavid CyrillRA01.10.1997GER
22SchochJonaRL02.08.1994GER
23SolerMartíLA28.04.2003ESP
32LæsøNikolajRL15.11.1996DEN
33LöwenGeorgKM08.06.2004GER
34KompenhansPaulRM08.10.2002GER
79NafeaAhmedLA01.09.1997EGY

Halle

Buderus Arena, Wolfgang-Kühle-Straße 1, 35576 Wetzlar – 4.421 Plätze

Größte Erfolge

Aufstieg 1. Bundesliga 1998

Die letzten Jahre

Saison Liga Platz
21/22 1. Bundesliga 7.
22/23 1. Bundesliga 16.
23/24 1. Bundesliga 13.
24/25 1. Bundesliga 14.
25/26 1. Bundesliga 16.

Transfers

Gekommen

  • Petter Øverby (THW Kiel)
  • Tomas Piroch (SC DHfK Leipzig)
  • Laszlo Bartucz (MT Melsungen)
  • Doruk Pehlivan (HC Elbflorenz Dresden)
  • Marti Soler (MT Melsungen)
  • Nikolaj Læsø (Bjerrinbro-Silkeborg/DEN)
  • Paul Kompenhans (TV 05/07 Hüttenberg)

Gegangen

  • Andreas Palicka (Füchse Berlin)
  • Anadin Suljakovic (SC DHfK Leipzig)
  • Lion Zacharias (HBW Balingen-Weilstetten)
  • Philipp Ahouansou (TVB 1898 Stuttgart)
  • Filip Vistorop (Ziel unbekannt)
  • Justin Müller (HC Kriens-Luzern/SUI)
  • Stefan Cavor (RD Slovan Ljubljana/SVN)
  • Noel Hoepfner (Karriereende)
  • Tizian Weimer (HSG Dutenhofen/Münchholzhausen U23)
  • Phil Spandau (TV 05/07 Hüttenberg)
  • Nemanja Zelenovic (Ziel unbekannt)

Trainer

Rúnar Sigtryggsson (geb. 07.04.1972), seit 2025 Trainer der HSG Wetzlar

Eulen-Bilanz

2 Siege, 1 Unentschieden, 9 Niederlagen

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