Punkt gewonnen – Punkt verloren?

Eulen - SC DHfK Leipzig 27:27 (13:13) 10.06.2021 22:30 // hk

Eine Sekunde vor Schluss platzt der Eulen-Traum: Gregor Remke gleicht aus, entreißt mit seinem Treffer den Eulen einen Punkt. 27:27 – ein Punkt! Punkt gewonnen? Punkt verloren? Hendrik Wagner ist mit acht Treffern bester Schütze der Eulen im Eberthöllen-Krimi. Große Leistung der Eulen – aber es hätten zwei Punkte sein dürfen. „Was der Punkt wert ist, werden wir in zwei Wochen sehen“, orakelt Ben Matschke.

Remis zur Pause

Es beginnt nicht gut für die Eulen: 0:2 nach vier Minuten, 4:8 nach 13 Minuten, 5:10 nach 15 Minuten. Früh hat Ben Matschke schon zwei Auszeiten benötigt, um seine Jungs auf Kurs zu bringen. Seine zweite Ansprache in der 15. Minute zündet! Mit einem 5:0-Lauf schaffen, der herausragend Regie führende Dominik Mappes, Alexander Falk, Azat Valiullin, Pascal Bührer und Christian Klimek den Ausgleich – 10:10 nach 23 Minuten. Fünf Treffer in acht Minuten – eine Ansage. In der 25. Minute sorgt Mappes für die erste Führung der Eulen – 12:11. Wieder antwortet der routinierte Gast, der sich gut auf Torjäger Wagner eingestellt hat. Kurz vor der Halbzeitsirene egalisiert Falk: 13:13. Nach 29 Minuten löst Kristian Saeveras Joel Birlehm im SC-Tor ab, der in der 7.Minute einen Siebenmeter von Max Neuhaus abwehrte. Im Tor der Eulen hat Gorazd Škof nach einer Viertelstunde Martin Tomovski abgelöst. Die Eulen müssen ohne Linksaußen Jan Remmlinger auskommen. Eine Fußverletzung hat das Abwehr-Ass ausgebremst. „Johnny“ Scholz beginnt auf Linksaußen, wird dann von Pascal Bührer abgelöst, der mit einem wunderbaren Abschluss auf 9:10 verkürzt. Erstmals seit dem 29. Dezember 2019 nach langer Verletzungspause wieder im Kader: Jannik Hofmann. „Ich habe mich gefreut wie ein Kind“, gesteht der 26-Jährige. Als er erstmals wieder ins Trikot mit der Nummer 22 schlüpfte hat er sich ganz, ganz lange Zeit gelassen – ein Moment der Freude. Zurück! Zum Einsatz kommt er (noch) nicht. Aber er ist bereit!

Wagners Feuerwerk

Nach der Pause ist Hendrik Wagner – wie schon in Essen – „on fire“. Er wirft sieben Tore, verwandelt beide Siebenmeter. „Ich kann das auch nicht erklären, aber ich bin froh, dass ich der Mannschaft in der zweiten Hälfte noch helfen konnte“, sagt Wagner, der sein Trefferkonto auf 154 aufstockt. Die Eulen scheinen auf der Siegerstraße: 18:15 durch Mappes in der 39. Minute, 20:17 durch Wagners Siebenmeter 15 Minuten vor Schluss, 22:19 nach einem Tempolauf von Mappes, den Škof wunderbar in den Lauf bringt. Die Außen der Gäste – ein Buch mit sieben Siegeln für die Eulen: Rechtsaußen Lucas Krzikalla (7/2) und Linksaußen Lukas Binder (8) sind zwei Trumpfkarten, die stechen. „Die beiden Außen haben einen unfassbar guten Job gemacht“, attestiert Eulen-Coach Ben Matschke. Nach Krzikallas 23:23 schlägt Wagner zurück: 24:23. Falk klärt im Rückwärtsflug. Jannek Klein schlägt zu – welch ein Kraftakt! 25:23. Und dann wieder Mappes: 26:23. Und wieder kommt Leipzig zurück, gleicht aus. Zwölf Sekunden vor Schluss der nächste Hammer von Wagner: 27:26. Auszeit Leipzig. André Haber bringt den siebten Feldspieler – und Gregor Remke trifft eine Sekunde vor dem Ende. 27:27. „Beim Stand von 5:10 hätte jeder gesagt, den Punkt nehmen wir gerne. Nach den letzten zehn Minuten ist es ärgerlich“, sagt Jannik Hofmann.

Statistik
Eulen Ludwigshafen: Tomovski (15. Škof) - Wagner (8), Mappes (6), Dietrich - Falk (2), Scholz (3) - Haider (2) – Valiullin (2), Neuhaus, Bührer (1), Klein (2), Klimek (1)
SC DHfK Leipzig: Birlehm (1. – 29., Siebenmeter 45.), Saeveras (ab 29.) - Remke (3), Weber (3), Mamic (2) - Krzikalla (7/2), Binder (8) - Milosevic (1) – Gebela (3), Leun, Meyer-Siebert

Spielverlauf: 0:2 (4. Minute), 3:3 (6.), 4:8 (13.), 5:10 (15.), 10:10 (23.), 12:11 (25.), 13:13 (Halbzeit), 15:13 (34.), 18:15 (39.), 20:17 (45.), 21:19 (48.), 22:22 (51.), 23:23 (52.), 26:23 (56.), 26:26 (59.), 27:26 (60.), 27:27 (Ende) - Siebenmeter: 3/2 - 3/2 - Zeitstrafen: 1/2 - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff (Kaarst).

ideenKiND