Ministerpräsident Schirmherr beim Spiel zum Gedenken an Serkan Çalar

15.06.2026 10:00 // hk

Es ist eine besondere Partie: Am 8. August (18 Uhr) treffen die Eulen Ludwigshafen im Gedenken an den brutal getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar, der in Ludwigshafen daheim war, auf den klassentieferen Drittligisten HG Saarlouis. Der Reinerlös des Benefizspiels kommt der Familie Çalar zugute. Schirmherr des Spieles ist der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder.

Das Opfer einer Wahnsinnstat

„Serkan Çalar war ein Bürger unserer Stadt. 16 Jahre hatte er für die Deutsche Bahn gearbeitet. Er genoss einen sehr guten Ruf bei seinen Vorgesetzten und im Kollegenkreis. Das Drama, die Wahnsinnstat vom 2. Februar, hat so viele Menschen weit über Ludwigshafen hinaus geschockt und erschüttert. Es ist eine Tragödie! Nach Rücksprache mit der Familie Çalar haben wir uns entschlossen, das Benefizspiel im Gedenken an Serkan auszutragen“, erklärt Eulen-Geschäftsführer Andreas Olbert. Am 15. Juli soll der Vorverkauf gestartet werden. Tickets kosten 10 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 zahlen 7 Euro. Andreas Olbert: „Wir hoffen sehr, dass viele Zuschauer kommen …“

Bewegende Gedenkminute am 18. Februar

Am 18. Februar hatte es beim Eulen-Heimspiel gegen die HSG Krefeld-Niederrhein eine bewegende Gedenkminute zu Ehren des getöteten Zugbegleiters gegeben. Hallensprecher Thomas Stüber verlas folgenden Text: „Wir trauern um Serkan Çalar. Er war 16 Jahre lang Mitarbeiter der Deutschen Bahn und als Zugbegleiter bei seinen Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt. Am 2. Februar wurde der Ludwigshafener während seines Dienstes in einer Regionalbahn Opfer einer Gewalttat. Zwei Tage später ist er an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Serkan Çalar wurde nur 36 Jahre alt. Unser Mitgefühl gilt seinen beiden Kindern, seiner Verlobten, seinen Eltern und seiner Familie. Wir sind fassungslos. Im August wollen wir mit einem Benefizspiel in der Saisonvorbereitung an ihn erinnern und bitten schon jetzt um einen Moment des Innehaltens.“

Zwei Kindern den Vater geraubt

Serkan Çalar, Zugbegleiter in einer Regionalbahn, wurde am 2. Februar diesen Jahres im Dienst durch eine Gewalttat so schwer verletzt, dass er zwei Tage später gestorben ist. Bei einer Fahrscheinkontrolle nahe Landstuhl hatte Serkan Çalar einen Schwarzfahrer ertappt, der sich weigerte seinen Ausweis vorzuzeigen. Daraufhin hatte der Schaffner den Mann aufgefordert am nächsten Bahnhof den Zug zu verlassen. Das brachte den 26-Jährige offenbar in Rage. Er versetzte dem Bahnbediensteten Schläge gegen Kopf und Schläfe, die tödlich sein sollten. Am 4. Februar ist Serkan Çalar im Klinikum in Homburg gestorben. Serkan Çalar war nach seiner Scheidung alleinerziehend und wurde von seinen Eltern beim Betreuen der beiden Kinder unterstützt. Er war verlobt und wollte im Sommer heiraten. Serkan durfte nur 36 Jahre alt werden. Sein Sohn ist 12 Jahre alt, die Tochter ist 10. Ihnen wurde der Vater geraubt!

Prozessbeginn am 24. Juni

Am 24. Juni beginnt vor dem Zweibrücker Landgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Weitere sieben Verhandlungstage sind bis zum 7. Juli geplant. Anders als die Staatsanwaltschaft, die den 26-Jährigen wegen Mordes angeklagt hatte, wertet das Landgericht die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Nach dem Stand der Ermittlungen und den vorliegenden Beweisen sehe man aktuell keine hinreichenden Gründe für die Annahme eines Tötungsvorsatzes. Die Verlautbarung des Gerichts wird in der Öffentlichkeit scharf kritisiert.

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