„Lenny“ de Hooge wird operiert

29.09.2026 10:00 // hk

„Es geht nicht vorrangig um Entwicklung. Es geht darum, Spiele zu gewinnen.“ Das Statement von Eulen-Trainer Michael Haaß vor dem 5. Spieltag in Liga 2 am Mittwoch (19.30 Uhr) gegen den alten Rivalen HSG Nordhorn-Lingen. Eine weitere Befürchtung ist Gewissheit: Lennart de Hooge, ein Hoffnungsträger der Eulen im linken Rückraum, fällt für längere Zeit aus. Der Jung-Profi erlitt im Training eine Schulterverletzung und muss sich einer Operation unterziehen. „Ich hatte Schmerzen bekommen, das MRT hat Klarheit geschaffen: Eine Gelenklippe ist gerissen, es ist eine Slap-Läsion.“

Eine Slap-Läsion ist eine Verletzung der oberen Gelenklippe und der langen Bizepssehne der Schulter. „Lenny fällt für längere Zeit aus“, bedauert Trainer Michael Haaß, der große Stücke auf das aus Dansenberg stammende Talent hält, das am 26. Oktober 19 Jahre alt wird. „Ich muss Geduld haben. Die Erfahrung hatte ich bisher ja Gott sei Dank noch nicht gemacht“, sagt Lennart de Hooge.

Es besteht leichte Zuversicht…

Das 19:23 von Potsdam hat Michael Haaß mit seiner Mannschaft in Ruhe analysiert. „Der Angriff war nicht gut“, sagte der Coach. Angesichts immer neuer Ausfälle musste immer wieder umgestellt werden. „So kann man sich nicht einspielen“, erklärt Haaß die fehlende Abstimmung. In Potsdam fehlten mit Vincent Bülow, Sebastian Bösing, Bruno Eickhoff, Lennart de Hooge, Mihailo Ilic, Pawel Krawczyk, Tilo Müller und René Zobel gleich acht Spieler. „Es besteht leichte Zuversicht, dass der ein oder andere Spieler jetzt zurückkommt“, sagt Haaß. Sicher scheint das Pflichtspiel-Debüt von Sebastian Bösing. Der Kreisläufer ist nach seinem Mittelhandbruch Ende letzter Woche nach sechswöchiger Zwangspause ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. „Ich habe Riesenbock den Jungs zu helfen und freu‘ mich endlich in der Ebert-Halle spielen zu dürfen“, sagt Bösing. Der Ex-Haßlocher ist seit 1. August bei den Eulen als „Nothelfer“ unter Vertrag. Der Kontrakt wurde zwischenzeitlich bis zum 31. Oktober verlängert. Seit 1. Juli ist Bösing Trainer des Regionalligisten TG Osthofen.

Die unberechenbare 2. Liga

Michael Haaß schätzt Nordhorn als Gegner, „der eine stabile Abwehr stellt. Das ist eine gute Mannschaft.“ In der letzten Saison verloren die Eulen beide Spiele gegen die HSG: 26:31 in Nordhorn, 20:26 daheim. Nordhorn hat 5:3 Punkte, die Eulen haben 2:6 Zähler. Die 2. Liga, bekannt eng, liefert Woche für Woche überraschende Resultate: So gewann der TV Emsdetten am 4. Spieltag 37:34 in Hagen, warf dann Bundesligist ThSV Eisenach mit 36:33 aus dem Pokal und verlor zuletzt daheim 29:33 gegen Lübeck. SC DHfK Leipzig, am 4. Spieltag mit 37:35 noch stolzer Derby-Sieger in Dresden, verlor am Wochenende völlig überraschend daheim gegen Dormagen 26:27. „Die Liga ist so wie sie ist. Jeder kann gefühlt jeden schlagen. Wir müssen nur anfangen mitzumachen…“, sagt „Micha“ Haaß.

GWD Minden wechselt den Trainer

Die Luft ist dünn in dieser engen Liga, die nach 5 Spieltagen auch einen ersten Trainerwechsel verzeichnet: Am Samstag verlor GWD Minden 32:33 in Hüttenberg, am Tag danach musste Trainer Aaron Ziercke gehen. Er hatte GWD 2025 zurück in die Bundesliga geführt. Nach dem unglücklichen Abstieg sollte er den Traditionsverein zurück ins Oberhaus führen. Der Start war mit 3:7-Punkten misslungen. Ziercke wurde freigestellt. Über Nacht stand der Nachfolger parat: Erlingur Richardsson kommt vom isländischen Erstligisten ÍBV Vestmannaeyjar. Der 54 Jahre alte Isländer kennt die Handball-Bundesliga aus seiner Zeit bei den Füchsen Berlin und war erfolgreich als Trainer der niederländischen Nationalmannschaft. Am 9. Oktober (20.00 Uhr) gastiert GWD in Ludwigshafen.

Zwei Punkte zum Geburtstag…

Schiedsrichter der Partie der Eulen gegen Nordhorn am Mittwoch sind Fabian Förster aus Bergeneustadt und Felix Mayer aus Pfullingen. Kaufland präsentiert die Einlaufkinder, die dieses Mal aus dem HLZ kommen. Regie bei den Kids führt Kerstin Ungricht. Gewinnen die Eulen, dann darf die Erzieherin für „ihre“ Kids in der Wolfsgrube Schokoladenkuchen backen. Dyn überträgt – wie alle Spiele der 1. und 2. Handball-Bundesliga – live und auf Abruf. Live-Reporter ist Karsten Knäuper, an seiner Seite sein kongenialer Partner Thorsten Laubscher. Für Karsten Knäuper, den Osnabrücker, der in der Pfalz Wurzeln schlug, ist es ein besonderer Tag: Er feiert am Mittwoch seinen 57. Geburtstag. Dass er sich einen Heimsieg wünscht, wissen Marc-Robin Eisel und Kollegen…

Aus der Niederlage lernen

Einen kritischen Blick zurück auf die 60 Minuten von Potsdam warf Theo Straub nach der 19:23-Niederlage: „Wir stellen eine gute Abwehr und haben einfach große Probleme im Angriff. Wir kommen wieder schlecht aus der Pause raus, aber wir kommen dann noch einmal dran, dann steht es minus 3 beim 19:16 und wir haben das Gefühl das noch eine Chance da ist. Dann haben wir eine Phase von 10 Minuten ohne Tor. Dann wird es natürlich schwer. Potsdam macht es natürlich auch gut in der Abwehr …“
Die eigenen Schwächen analysiert der junge Rechtsaußen offen und ehrlich, wieder einmal waren die Außen der Eulen außen vor: „Wir haben drei Bälle aus der Ecke – die sind alle drin. Man wünscht sich natürlich mehr! Das ist das Problem: Wir kommen gar nicht in die Seitwärtsbewegung und kriegen keine Sperren gestellt, um die Abwehr auseinander zu ziehen.“ Die Trainingstage mit dem spielfreien Wochenende ohne Gegnervorbereitung galt es zu nutzen, sagte der 21-Jährige: „Wir müssen natürlich am Angriff arbeiten. Dann können wir mit dem Grundstein in der Abwehr mehr Kapital draus schlagen und können erfolgreich werden.“

Gäste vom Kinderschutzbund

Mit Lotto Rheinland-Pfalz haben die Eulen am Mittwoch beim Spiel 15 Ehrenamtler und Unterstützer des Kinderschutzbundes Ludwigshafen zu Gast. Weitere Ehrengäste sind Henning Fritz und Christian Zeitz, die 2007 mit Trainer Michael Haaß und Christan Schwarzer, dem Vater von Eulen-Linksaußen Kian Schwarzer, Handball-Weltmeister geworden sind. Angesagt hat sich auch Dirk Herber, der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium ist und dem Aufsichtsrat von Lotto Rheinland-Pfalz angehört.

Probelauf für „Stübis“ Back-up

Wie bei der Mannschaft ist es wichtig auch bei anderen Positionen einen Back-up zu haben, sagt Eulen-Geschäftsführer Andreas Olbert. So fungiert am Mittwoch Christof Unholz als Hallensprecher. Er hat sich bei den TSG-Frauen in der 3. Liga und bei Testspielen der Profis schon als Ansager bewährt. Olbert: „Es geht uns darum, ihn bei einem Pflichtspiel einzuarbeiten, damit er vorbereitet ist, sollte Thomas Stüber einmal ausfallen. Ehrensache, dass ,Stübi‘ am Mittwoch an der Seite von Christof sein wird.“

Fan-Bus nach Dormagen

Der Eulen-Fanclub lässt am Samstag einen Bus zum Zweitliga-Spiel beim TSV Bayer Dormagen rollen. Anwurf: 18.00 Uhr. Der Bus wird gesponsort von H &R Automobile, dem Lackier- und Karosseriezentrum Bayar und dem Eulen-Club 100. Somit sind die Kosten für den Bus gedeckt, Mitreisende müssen dementsprechend nur die Eintrittskarten bezahlen. „Eine kleine, freiwillige Spende in die Kasse des Fanclubs ist natürlich willkommen“, sagt der Fanclub-Vorsitzende Ralf Friedel. Der Bus startet am Samstag, 13.00 Uhr, auf dem Parkplatz der Günter-Braun-Halle in 67063 Ludwigshafen, Eschenbachstraße 85. Anmeldemöglichkeiten bestehen am Mittwoch beim Spiel in der Halle und per E-Mail an die Adresse fanclub@eulen-ludwigshafen.de

Fotos: Harry Reis, 1. VfL Potsdam, HSG Nordhorn-Lingen

ENN - Interview der Woche mit Theo Straub

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