Eickhoff feiert Comeback und Premiere

16.10.2026 10:00 // hk

„Wir werden nicht die weiße Fahne hissen“, sagte Eulen-Trainer Michael Haaß nach dem 21:30 gegen GWD Minden, als er im Nachgang zur Pressekonferenz auf die Dienstreise nach Dresden angesprochen wurde. Am Samstag (16 Uhr) sind die Eulen Ludwigshafen in der Ballsport Arena in der sächsischen Landeshauptstadt zu Gast bei Zweitliga-Primus HC Elbflorenz 2006. Die Dresdner führen die Tabelle mit 12:2 Punkten vor den punktgleichen Aufstiegsrivalen VfL Eintracht Hagen, SC DHfK Leipzig und 1. VfL Potsdam an. Schiedsrichter der Partie sind die Zwillingsbrüder Matthias und Sebastian Klinke aus Bordesholm. Dyn überträgt – wie alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga – live und auf Abruf.

Wiedersehen mit Julius Meyer-Siebert

„Dresden hat es in den letzten Jahren immer wieder probiert aufzusteigen. Jetzt machen sie den Eindruck noch stabiler zu sein, gerade auch in den Spielen, in denen es am Ende noch einmal eng geworden ist. Diese engen Spiele gewinnen sie jetzt“, formuliert Eulen-Trainer Michael Haaß den Respekt vor den Dresdnern. Die gewannen zuletzt 30:20 (14:12) in Coburg. Zum Kader von Trainer André Haber zählt seit Sommer auch der aus Ferndorf gekommene ehemalige Eulen-Halblinke Julius Meyer-Siebert. Er ging 2024 nach Hamm, 2025 von dort nach Ferndorf. Unter seinem einstigen Leipziger Förderer André Haber hofft „Jule“, inzwischen 26, nun auf einen neuen Schub in seiner Karriere. Der Dresdener Torhüter Robin Cantegrel kam in Coburg auf 16 Paraden. Keinen Deut schwächer und auch eine klassische Nummer 1: Marino Mallwitz. „Elbflorenz – das ist schon eine Hausnummer“, betont Haaß, der sich der Außenseiterrolle angesichts von 4:10 Punkten und Platz 16 natürlich bewusst ist. „Wir überlegen uns was“, orakelt der Coach und hat eine klare Forderung: „Unsere Abwehr muss stehen! Wir haben es zuletzt in der Positionsabwehr nicht so schlecht gemacht. Wir brauchen einen guten Rückzug. Das ist der Schlüssel!“

Wurftraining wider die Flaute

„Das ist eine sehr gute Mannschaft, die viel Tempo macht“, weiß Friedrich Schmitt, der die Eulen in Dresden vor einer „harten Aufgabe“ sieht. Das 21:30 im letzten Heimspiel gegen Aufstiegsaspirant Minden macht der Torjäger an den vielen verworfenen Bällen fest. „Die Bälle gehen nicht rein und Minden hatte einen Lauf“, sprach der Halblinke die eigene Torflaute an. So lagen die Eulen zur Pause praktisch uneinholbar mit 7:16 im Hintertreffen. Friedrich Schmitt: „Wir haben in der 2. Halbzeit gezeigt, dass es geht. Aber der Rückstand war zu groß!“
Es war auch nicht sein Tag (1 von 7). Ansonsten ist der 22-jährige Weitwurfspezialist Gold wert. Davon künden 32 Treffer bei 57 Würfen plus 6 Assists. Und Schmitt arbeitet tagein, tagaus emsig für eine bessere Quote als zuletzt. Werfen, immer wieder werfen…

„Da steht ein Gebirge“

Am Samstag feiert Bruno Eickhoff sein Comeback und gleichzeitig seine Premiere im Dress der Eulen. Der Kreisläufer kam im Sommer von der MT Melsungen in die Pfalz, wurde am 15. Juli in einer Pressekonferenz vorgestellt und zog sich im zweiten Training bei den Eulen einen Mittelfußbruch zu. In München wurde der 22-Jährige operiert, arbeitete diszipliniert in der Reha und fiebert seinem Debüt entgegen. Trainer Haaß erwartet nach der monatelangen Pause und des immensen Trainingsrückstands keine Wunderdinge von seiner Nummer 53, sieht aber in dem gebürtigen Hamburger sprichwörtlich eine feste Größe im Innenblock. „Da steht ein Gebirge“, schwärmt der Trainer von dem Modellathleten – 1,98 Meter groß, 115 Kilo schwer. Eickhoff steht für Mentalität, für Kommunikation. Der Mann lebt Handball!

Nach vier Monaten wieder auf der Platte

„Ich bin unheimlich glücklich, gehypt und voller Vorfreude wieder spielen zu dürfen“, schwärmt Bruno Eickhoff. Sein letztes Spiel liegt vier Monate zurück. Es war am 4. Juni 2026 beim 28:39 der MT Melsungen in der Bundesliga gegen die Füchse Berlin. Eickhoff, Stammkraft in der Drittliga-Mannschaft der Melsunger, kam aber auch im Europapokal zum Einsatz. So war er auch beim Gewinn der European League am Ball. „Ich möchte das gar nicht so hoch hängen, aber es waren viele unvergessliche Erfahrungen in anderen Ländern, mit einer anderen Art von Handball“, sagt Bruno Eickhoff. Er hat in der Reha hart für die Rückkehr gearbeitet, aber nach gerade erst drei Trainingseinheiten mit der Mannschaft weiß er natürlich um seinen erheblichen konditionellen Rückstand. „Ich muss mich jetzt erst an die Jungs gewöhnen und die Jungs an mich“, erklärt Eickhoff, dass der sportliche Integrationsprozess erst jetzt beginnen kann. „Ich freue mich sehr auf die Saison. Ich weiß aber auch, dass die nächsten Monate sehr intensiv werden“, betont Eickhoff, zumal Kreisläufer-Kollege Lars Röller am Freitag in Prien am Chiemsee an dem zum zweiten Mal gebrochenen rechten Mittelfuß operiert wird. Und die sportliche Lage ist allemal kritisch.

Fotos: Harry Reis, Dennis Weissmantel, HSC 2000 Coburg

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