Die Eulen Ludwigshafen steigern sich, die Eulen zeigen sich stark verbessert und doch setzt es die vierte Niederlage in Folge: Am Freitagabend verlieren die Eulen beim TuS N-Lübbecke vor 1354 Zuschauern 22:23 (11:12). „Wir hätten zumindest einen Punkt verdient gehabt“, hadert Eulen-Coach Michael Haaß nach dem Spiel mit dem unglücklichen Resultat, schöpft aber auch merklich Zuversicht aus der Gesamtleistung der Mannschaft. Haaß: „Es waren zwei, drei Schritte nach vorne.“ Beim letzten Freiwurf ganz am Schluss wurde Friedrich Schmitt, der verletzte Top-Shooter, total vermisst.
Sebastian Bösing verlängert
Kreisläufer Sebastian Bösing, der im Sommer seine Laufbahn bei der TSG Haßloch beendet hat, seit 1. Juli Trainer des Regionalligisten TG Osthofen ist, leistet seit 1. August Nothelferdienste bei den Eulen. So reagierte der Verein auf die schweren Verletzungen von Bruno Eickhoff, der wieder zurück ist, und Lars Röller. Der am 31. Oktober endende Kontrakt des 32 Jahre alten Bösing wurde um einen weiteren Monat bis zum 30. November verlängert, informierte der Sportliche Leiter Christian Deller.

Krawczyk-Comeback gegen TuSEM geplant
In Lübbecke kehrte der zuletzt verletzt pausierende Kreisläufer Sebastian Bösing zurück ins Team, spielte beim 7:6 durchaus eine Rolle. Neben den langzeitverletzten Friedrich Schmitt, Lars Röller und Lennart de Hooge musste noch immer auch Tilo Müller ersetzt werden. Bitter, dass nach dem hoch talentierten Müller mit René Zobel ein weiterer Linkshänder ersetzt werden musste. Der Routinier hat im Spiel in Lübeck einen Muskelfaserriss in der rechten Hüfte erlitten. Nach der Länderspielpause könnte Torhüter Pawel Krawczyk eine Option für den Kader sein und im Heimspiel gegen TuSEM Essen am 14. November (18 Uhr) sein Comeback nach Meniskusoperation erleben. „Für Pawel kommt Lübbecke noch zu früh. Ich rechne nach der Länderspielpause wieder mit ihm“, sagte Trainer Michael Haaß vor der Dienstreise in den Westen.
Alex Falk feiert 29. Geburtstag
Seit Freitag ist Eulen-Dauerbrenner Alexander Falk 29 Jahre alt. Der Rechtsaußen ist nach Sebastian Bösing, Vincent Bülow und René Zobel der viertälteste Spieler im Kader der Eulen. Es ist Falks elfte Saison als Eulen-Profi – und einmal mehr geht es für den 2021 aus der Bundesliga abgestiegenen Club um die Existenz. „Wir sind im Abstiegskampf. Die Tabelle lügt nicht“, sagte „Falko“ vor der Partie in Lübbecke. Er war gut drauf, machte 3 von 4.

Zur Pause 11:12 zurück
Die Eulen starten gut, konzentriert, entschlossen. In der 9. Minute gehen sie durch Alexander Falk erstmals in Führung, als der Rechtsaußen per Gegenstoß das 5:4 markiert. Das Tor des Tages markiert Bruno Eickhoff zum 3:3 per Rückhand in Minute 7. Das 8:9 – eine weitere Augenweide: Pass Vincent Bülow, Treffer Bruno Eickhoff. Marc-Robin Eisel ebnet dem 8:10 durch Geburtstagskind Falk die Bahn. Nach der fünften Parade von Janis Boieck in der 22. Minute läuft es richtig gut für Eisel und Co..: 8:11 durch Eickhoff nach Bülows Top-Pass. Bülow kommt auf insgesamt fünf Assists. Auch er stark verbessert und am Ende doch wie „Dampfhammer“ Eisel unglücklich. Dann passiert in der Endphase vor der Pause was seit Wochen passiert: Die Eulen geben das Spiel aus der Hand. Nach vier Treffern scheitert Eickhoff am starken Grabenstein im TuS-Tor, Bergemann trifft vom Siebenmeterstrich zum 10:11 und nutzt auch seinen zweiten Siebner – 11:11. Dann scheitert Theo Straub an Grabenstein. Seine achte Parade verzinst Spielmacher Blauuw. Dank des 4:0-Laufs liegen die Gastgeber zur Pause 12:11 vor.
Punkte weg geworfen
Nach der Pause kämpfen sich die Eulen zurück. In der 43. Minute sorgt Kian Schwarzer vom Siebenmeterstrich für die 18:17-Führung der Eulen. Eine Minute später pariert Janis Boieck gegen den frei vom Kreis abschließenden Dräger. Und wieder trifft Schwarzer per Siebenmeter. 15 Minuten vor Schluss sind die Eulen mit 2 Toren vorne, führen 19:17. Der TuS stellt die Abwehr um, setzt auf 5:1. Das Spiel der Eulen mit dem siebten Feldspieler fruchtet in der Phase zum ersten Mal seit Pascal Bührers Abschied vor dreieinhalb Jahren. Dann die 49. Minute: Wieder Siebenmeter für die Eulen – und Schwarzer scheitert an Frederik Genz. Der löst vier Minuten später Leon Grabenstein ab, der elf Paraden auf dem Konto hat. Genz wird mit insgesamt fünf Paraden zu einem Faktor. In der 51. Minute trifft Alex Falk zum 20:18. In der 53. Minute markiert Kapitän Eisel (5 von 10) das 21:19 für die Eulen. Aber das Spiel kippt, als die Eulen beim 7:6 patzen. Ein 4:0 Lauf bringt Lübbecke bis zur 56. Minute auf 23:21 nach vorne. Finn Leun (5 von 9) verkürzt nochmals in Minute 58. Die Uhr steht bei 59.23, die Eulen haben Ballbesitz, Freiwurf: „Micha“ Haaß zieht seine letzte Auszeit. Den letzten Wurf nimmt Nici Waldvogel – und scheitert.

Bärenstarker Bruno Eickhoff
„Sehr ärgerlich für uns, wir hätten zumindest einen Punkt verdient gehabt“, resümiert Trainer Haaß am Ende des Freitags-Krimis. Er macht seiner Mannschaft ein „Riesenkompliment“ für Intensität und Disziplin, attestiert dem Angriff „sehr ruhig und diszipliniert“ gespielt zu haben. Haaß: „Wir haben bei 18:20 die Chance auf minus 3 zu gehen, verschießen den Siebenmeter. Wir bringen den TuS durch 7 gegen 6 in Schwierigkeiten, machen da gute Tore und schmeißen in der Schlussphase beim 7:6 zwei einfache Bälle weg …“ Ein echter Hoffnungsträger ist der neue Kreisläufer Bruno Eickhoff mit 5 von 7. Er erlebt im 4-Punkte-Spiel gegen TuSEM Essen am 14. November (18 Uhr) seine Heimpremiere. „Ich ärgere mich, dass wir hier nicht einen Punkt oder zwei Punkte mitgenommen haben. Ich bin aber glücklich über viele Schritte nach vorne“, sagt Eickhoff.
Statistik
TuS N-Lübbecke: Grabenstein (45., 49. bei Siebenmetern, ab 53. Genz) - Pabst (4), Blaauw (5), Wullenweber (3) - Bergemann (7/5), Schulze (1) - Dräger (2) – Santos, Hörr, Dederding (1), Blazicko, Lundahl – Nicht eingesetzt: Filip Dominikovic, Eisele, Westerbeek
Eulen Ludwigshafen: Boieck (51. Siebenmeter Wenning) - Leun (5), Bülow, Eisel (5) - Falk (3), Kleinsteuber (1) - Eickhoff (5) – Ilic, Schwarzer (3/3), Waldvogel, Bösing – Nicht eingesetzt: Menges, Daniel, Zeimet
Spielverlauf: 1:0 (3. Minute), 3:3 (7.), 8:11 (24.), 12:11 (Halbzeit), 17:17 (42.), 17:19 (45.), 18:20 (51.), 20:21(53.), 23:21 (56.), 23:22 (Ende) - Siebenmeter: 5/5 - 4/3 - Zeitstrafen: 5/5 - Rote Karten: keine - Zuschauer: 1354 - Schiedsrichter: Hörath/Hofmann.
