Erste Ausfahrt Dessau. In der Anhalt-Arena treffen am Freitag (20.00 Uhr) zwei der ganz großen Verlierer des Saisonauftakts aufeinander: Die Eulen Ludwigshafen, die den Start beim 27:34 (13:20) gegen TuS Ferndorf in den Sand setzten, sind zu Gast beim Dessau-Roßlauer HV 06, der beim Aufsteiger TV Emsdetten unterging, 25:34 (13:16) unterlag. Die Partie am Freitag leiten Lukas Müller aus Neubrandenburg und Robert Müller aus Potsdam. Dyn überträgt - wie alle Spiele der 1. und 2. Handball-Bundesliga - live und auf Abruf.

Leuchtturm Danneberg
Entscheidend für die deutliche Schlappe der Dessauer in Emsdetten, dass Paul Dreyer und Oliver Krechel, das Torhüter-Duo des TVE, addiert auf 25 Paraden kam. Dessaus Schlussmänner Philip Ambrosius und Janik Patzwaldt hingegen vermochten zusammen nur 5 Paraden zu verzeichnen. Bester Werfer der Dessauer, die weiterhin von Vanja Radic´ trainiert werden, war Yannick Danneberg, der 2,03-Meter-Turm im linken Rückraum mit 8 Würfen. Das Talent und die Wurfkraft von Alen Hadzimuhamedovic haben die Eulen in der letzten Saison schon kennengelernt, als der 19-Jährige noch das Trikot der SG BBM Bietigheim trug.
Respekt vor Dessau
Dass Dessau zum Auftakt auch glatt verloren hat – für Eulen-Coach Michael Haaß kein Thema. „Wir lassen uns von dem Ergebnis nicht blenden. Dessau, das ist eine hoch talentierte Mannschaft. Das wird hart, da wird eine heiße Atmosphäre herrschen“, ist Haaß auf eine schwere Dienstreise eingestellt.

Auf der Suche nach Lösungen
Zwei Tage nach dem Heimdebakel gegen Ferndorf war bei den Eulen die Aufarbeitung angesagt. Nach dem guten Start ins Spiel und einer folgerichtigen 8:5-Führung folgte nach Friedrich Schmitts Roter Karte in der 10. Minute das totale Abwehrchaos. Die Eulen wurden mit einem 0:11-Lauf abgestraft. „Wir hatten in der Phase zwölf Angriffe ohne Tor, viele, schnelle Ballverluste, wir waren nicht gut in der Abwehr, weil wir nicht zurückgekommen sind“, sagte Eulen-Trainer Michael Haaß beim Blick zurück. Ungeachtet, dass auch die Dessauer hoch verloren haben, sieht er seine Mannschaft vor einer schweren Aufgabe: „Dessau hat das Ergebnis in der Form sicher nicht erwartet. Emsdetten hat aber auch eine gute Mannschaft“, relativiert Haaß. Er anerkannte, dass sich Kapitän Eisel, so wie man ihn kennt und schätzt, trotz des verletzungsbedingten Trainingsrückstands „in den Dienst der Mannschaft stellte“. Marc-Robin Eisel machte 3 von 5 und war mit 4 Assists bester Torvorbereiter der Eulen. Die Problematik am Kreis besteht, da Bruno Eickhoff und Sebastian Bösing weiter fehlen. So brachte Lars Röller bei seinem Kurz-Comeback nach ausgeheiltem Mittelfußbruch etwas Entlastung für Simon Schwarz. „Micha“ Haaß: „Es geht darum, dass wir Lösungen für die Probleme finden, die wir haben.“

Alex Falk will keine Alibis
Die verspielte Führung, das Desaster durch den 0:11-Lauf – das nervte natürlich auch Alexander Falk. Der 28-Jährige spielt seine elfte Saison und hate sich den Start natürlich ganz anders vorgestellt. Die Rote Karte für Kollege Schmitt mag Routinier Falk aber „auf gar keinen Fall“ als Alibi fürs Versagen gelten lassen. Falk: „Natürlich ist Friedrich ein extrem wichtiger Spieler für uns. Wenn er ausfällt, merken wir das schon. Aber in der Form darf uns das nicht passieren. In der einen Phase hatten wir viel zu viele technische Fehler und kommen überhaupt nicht in den Rückzug.“ Wichtig aus Sicht des Rechtsaußen die bittere Heimschlappe abzuhaken „und den Fokus auf den Kampf zu legen“, um in Dessau Zählbares zu holen. Für Alex Falk lief’s gegen Ferndorf vergleichsweise gut, er machte 4 von 5, harmonierte gut mit Hintermann Tilo Müller. „Tilo macht es super, wenn man bedenkt wie jung der ist“, lobt Dauerbrenner Falk den 18-jährigen Linkshänder.
Fotos: Harry Reis / TV Emsdetten
