Die Eulen, in der Hinrunde in Coburg vom HSC 2000 mit 40:28 aus der Halle und ins Tal der Tränen geschossen, sind inzwischen ganz anders strukturiert und unterwegs. „Micha“ Haaß hat die Mannschaft wieder belebt! Und das trotz aller Personalsorgen, denn noch immer fehlen fünf Mann! Vor 1929 Zuschauern gewinnen aufopferungsvoll kämpfende Eulen den Freitagskrimi gegen Coburg mit viel Herz und großer Leidenschaft 33:32 (16:14). „Ein völlig verdienter Sieg“, anerkennt HSC-Coach Anel Mahmutefendic, dessen Mannschaft ungeachtet dessen eine starke Saison spielt. „Die Halle war überragend. Es hat heute wieder Spaß gemacht“, frohlockt Eulen-Trainer Michael Haaß nach dem so wichtigen Sieg, einem Erfolg des überragenden Kollektivs. Mit 22:26 Punkten ist seine Mannschaft dem Rettungsufer wieder einen Schritt nähergekommen. Am 1. Mai (20 Uhr), dem Tag der Arbeit, steht den Eulen bei der HSG Nordhorn-Lingen Schwerstarbeit bevor. Der Sieg gegen Coburg – es ist auch ein schöner Abend für Matteo Menges. Im Hinspiel war er noch für Coburg am Ball, traf zweimal. Am Freitag trifft der Quirl wieder zweimal – diesmal für die Eulen. Einmal steht der Pfosten im Weg.

Eulen zur Pause 16:14 vorne
16:14 führen die Eulen zur Pause. Mats Grupe, der nächste Woche sein Comeback geben will, Mihailo Ilic, Finn Leun, Freddy Stüber und Nici Waldvogel stehen gegen Coburg nicht zur Verfügung. Den Schlusspunkt vor der Pause setzt in letzter Sekunde der wagemutige Marc-Robin Eisel mit dem 16:14. Mit der offensiven Deckung der Eulen tun sich die Gäste schwer. Mit schnellen Beinen weiß vor allem Leon Hein sehr gute Abwehrarbeit zu leisten, meist assistiert vom hellwachen Friedrich Schmitt oder dem engagierten Eisel. Der kann alles – Tore werfen, Tore vorbereiten, Tore verhindern. Und Eisel hat ein unsagbares Kämpferherz! In der 13. Minute bringt Tim Schaller die Eulen nach Schmitt-Zuspiel mit 8:4 in Führung. Aber der Gast kommt wieder heran: 10:9 (20.), 12:11 (26.), 14:13 (28.). Beide Torhüter – hier Žiga Urbič mit 5 Paraden, dort Petros Boukovinas mit 6 Paraden – machen einen guten Job. Stark am Kreis der Eulen: Leon Hein mit drei blitzsauberen Treffern. Schmitt (1 von 6) überzeugt in der Abwehr und als ganz kluger Vorbereiter. Ganz stark im Abschluss: Theo Straub (3 von 3). Coburgs Tin Kontrec quittiert nach Foul an Schmitt in der 16. Minute Rot.

Sonderlob für Leon Hein
„Wir haben auch heute die Außen wieder gut ins Spiel gebracht“, lobt „Micha“ Haaß. Rechtsaußen Theo Straub macht 5 von 6, Linksaußen Tim Schaller 8 von 9. Dabei sind sieben Feldtore. Beide waren so stark, dass Haaß die Asse Alex Falk und Kian Schwarzer auf der Bank beließ. Es ist ein Nervenspiel, in dem Coburg auch den 7. Feldspieler mehrfach mobilisiert. In der 52. Minute führt der Gast durch Mikael Helmersson 28:27. Vincent Bülow aber egalisiert postwendend. Sensationell Eisels Steal in Unterzahl und das 29:28 durch Teufelskerl Schaller. Die Eulen finden immer wieder Antworten nach dem Ausgleich der Gäste. 30:29 durch den Abwehr-Fels René Zobel (5 von 10), 31:30 durch Alleskönner Eisel. Er macht 4 von 5, verbucht acht Assists. Das Tor des Tages gelingt Simon Schwarz nach 58.23 Minuten: Mit einem sensationellen Dreh Wurf veredelt der Muskel bepackte Kapitän der 2. Mannschaft einen Traumpass Bülows zum 32:31. „So einen Pass musst du erst einmal spielen können“, schwärmt Simon Schwarz: „Ich sage es immer wieder: Als Kreisläufer bist du nur immer nur so gut, wie du eingesetzt wirst.“
Top-Talent Theo Straub lässt nach einem Bülow-Pass eiskalt das entscheidende 33:31 folgen. Dann – Zeitstrafe für „Frieda“ Schmitt, Helmersson verkürzt vom Siebenmeterstrich auf 33:32. Neun Sekunden vor Schluss die dritte Auszeit der Eulen. Der Gast agiert mit offener Manndeckung - Schaller scheitert in der Schlusssekunde an Boukovinas, der auf 13 Paraden kommt. Žiga Urbič hat zehn – mit der letzten in der 59. Minute gegen Helmersson hält er die 32:31-Führung fest. Bemerkenswert: Lars Röller kränkelt, kann nur kurzzeitig helfen. Dafür startet Leon Hein (4 von 6), später kommt Simon Schwarz (2 von 2). „Leon hat ein überragendes Spiel gemacht“, lobt Trainer Haaß den 23-Jährigen. „Endlich durfte ich mich zeigen“, jubelt Hein. „Es freut mich ganz besonders für Leon“, schwärmt Simon Schwarz, wie vor einem Jahr der Mann für besondere Momente. „Immer wenn einer ausfällt, graben wie irgendwo Leute aus …“, weiß der Trainer auch die Leistung der Nummer 48 zu würdigen. Simon Schwarz – immer eine Alternative!

Olbert sagt DANKE
Vor dem Spiel stellt sich der neue Eulen-Geschäftsführer Andreas Olbert den Zuschauern am Mikro auf der Platte kurz vor. Er skizziert seine Zielsetzung: die Eulen wirtschaftlich und sportlich festigen. „Mit der Lizenzerteilung ohne Auflagen ist der erste Schritt schon mal gemacht“, sagt Olbert. Er dankt den ehrenamtlichen Helfern, den „großartigen Mitarbeitern der Geschäftsstelle“, den Sponsoren und den treuen Fans: „Ihr seid die DNA, ihr seid die Basis!“

Elternbeiräte zu Gast
VIP-Gäste von Lotto Rheinland-Pfalz und den Eulen waren am Freitagabend 15 Elternbeiräte der Siegmund-Crämer-Schule der Lebenshilfe Bad Dürkheim. Schulleiterin Sabine Welsch-Staub hatte vorgeschlagen den Elternbeiräten mit dem Besuch beim Handball für ihr großes Engagement in und für die Schule zu danken. Die Mitglieder des Elternbeirates tragen zudem merklich zur Entlastung der Lehrer bei, sagte die Schulleiterin. Eulen-Geschäftsführer Andreas Olbert begrüßte die Gäste und versprach im Erfolgsfall nach dem Spiel „einen auszugeben“. Dirk Martin, der Prokurist von Lotto, erklärte, dass sein Unternehmen bei den Gladiators Trier, beim FSV Mainz 05 und eben bei den Eulen bei den jeweiligen Heimspielen Gäste aus sozial und karitativ engagierten Gruppen oder Vereinen einlade. „Sie tun so viel“, lobte Martin die Gäste aus Bad Dürkheim für ihren außergewöhnlichen Einsatz. „Wir wollen uns nicht darstellen. Es ist ihr Abend. Sie sollen ihn genießen“, sagte Martin und stellte den Gästen einen besonderen Betreuer vor: Ronny Weller, den einstigen Weltklasse-Gewichtheber. Ihm zur Seite: Ex-Fußballer Jochen Schröter. Obligatorisch das Schlussbild mit den Gästen. Dabei waren auch Dirk Martin, Andreas Olbert, Eulen-Förderer Marco Bussi, der auch die Lebenshilfe unterstützt, und die Eulen-Spieler Tim Schaller und Tilo Müller. Die Gäste hatten Spaß, ein kleiner Junge ganz besonders. „Die Eule nimmt der ganz sicher mit ins Bett“, sagte ein Begleiter beglückt.
