Jannek Klein weiter im Eulen-Dress

Der Linkshänder verlängert Vertrag 06.05.2021 10:00 // hk

Der Kopf ist frei für den Endspurt um den Verbleib in der Handball-Bundesliga: Linkshänder Jannek Klein (22), im rechten Rückraum daheim, hat seinen Vertrag bei den Eulen Ludwigshafen ligaunabhängig um ein Jahr bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Gleichzeitig hat er diese Woche die schriftlichen Prüfungen zum Abschluss seiner Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann beendet. Der mündlichen Prüfung sieht das Nordlicht, das sich im Südwesten der Republik sehr wohl fühlt, mit Ruhe und Gelassenheit entgegen.

Lisa Heßler lobt Wille und Geduld


„Wir sind auf halbrechts entsprechend unserer Philosophie völlig adäquat besetzt“, sagt Eulen-Geschäftsführerin mit Blick auf den 22 Jahre alten Jannek Klein und Yessine Meddeb, der am 30. Mai 21 Jahre alt wird. „Die Beiden sind in Deutschland mit die Besten ihres Jahrgangs. Jannek ist ein früherer Junioren-Nationalspieler, Yessine ein aktueller“, betont die Managerin. „Von daher freut es mich, dass wir Jannek in seiner Entwicklung weiter begleiten dürfen. Jannek ist ein junger Spieler, der in seiner sportlichen Entwicklung Höhen und Tiefen erlebt. Er bringt die nötige Geduld für diesen Reifeprozess mit und ist maximal gewillt, sich weiter zu entwickeln und seine Leistungen zu optimieren“, unterstreicht Lisa Heßler.

Über Barcelona zu den Eulen


Klein, am 25. März 1999 in Rendsburg geboren, begann bei der HSG Schülp/Westerrönfeld mit dem Handball. Das Talent blieb den Machern der SG Flensburg-Handewitt nicht verborgen. Von 2014 bis 2018 entwickelte sich Klein im Talentschuppen der SG, wurde Jugend- und Junioren-Nationalspieler, rückte in den Profikader, ohne in der Bundesliga eingesetzt zu werden. Mit der U20-Nationalmannschaf holte Klein 2018 Bronze bei der EM und wechselte zum FC Barcelona. Dort war er – mit Juri Knorr – in der zweiten Mannschaft am Ball, schnupperte aber auch Erstligaluft. 2019 folgte der Linkshänder dem Ruf der Eulen. Auch ein erstes Gespräch mit Ceven Klatt, der Ben Matschke am 1. Juli als Cheftrainer nachfolgen wird, bestärkte Klein, in Ludwigshafen zu bleiben.

„Das Spielsystem passt“


„Ich bin glücklich“, sagt Jannek Klein wenige Minuten nachdem er die Eulen-Geschäftsstelle in der Ludwigshafener Luitpoldstraße verlassen hat, wo er seinen neuen Vertrag nach einem abschließenden Gespräch mit Lisa Heßler unterschrieben hat. Klein: „Ich fühle mich wohl, habe das ja wiederholt auch gesagt – die Mannschaft und das Umfeld, das passt für mich. Die Mannschaft ist cool! Ich kann hier viel lernen und mich sportlich weiter entwickeln. Ich bin mit den Eulen schon eng verbunden – ich bin im Handball gerne kämpferisch unterwegs. Das Spielsystem der Eulen, aggressiv aufzutreten, das passt zu mir.“

Die Achterbahnfahrt

Jannek Klein kam in dieser Saison in den bisherigen 26 Spielen 19 mal zum Einsatz und erzielte 26 Treffer. Nach seiner Verletzung, im Hinspiel beim 20:29 gegen Flensburg erlitten, war er sechsmal wohl im Kader, kam aber nicht aufs Parkett. Harte Zeiten. Lehrjahre für den Mann mit der Nummer 77. „Handball ist oft auch eine Achterbahnfahrt“, weiß Jannek Klein. Er war in der Hinrunde auf gutem Weg, sorgte beim Keller-Duell in Balingen acht Sekunden vor Schluss für den Siegtreffer zum 27:26. Nach der Verletzungspause war die Form – verständlicherweise – noch nicht so da. „Hendrik Wagner hat es dann auf halbrechts auch sehr gut gemacht“, anerkennt Klein, der sich in der Warteschleife gedulden musste, aber nicht in den Schmollwinkel verzog, sich heran arbeitete und sich nun auch wieder mit Einsatzzeiten belohnt sieht. Jannek Klein: „Es tut gut, im Endspurt dabei zu sein. Es gibt dir ein gutes Gefühl, wenn du Erfolg hast, auch Tore machst. Das pusht einen noch mehr, das zeigt der Mannschaft auch, dass ich ihr helfen kann.“

Die Abwehr stärken

In den nächsten elf Tagen haben die Eulen vier Spiele. Den Anfang macht die Partie am Sonntag (16 Uhr) in Nürnberg gegen HC Erlangen. „Ich sehe gute Chancen für uns, drin zu bleiben. Die direkten Duelle – Nordhorn, Balingen, in Essen und in Minden – müssen wir gewinnen! Wir alle, wir als Mannschaft, haben einen Schritt nach vorne gemacht. Wir wissen nach dem Spiel in Flensburg aber auch, dass wir unsere Abwehrstärke wieder pflegen müssen“, sagt der 22-Jährige mit Blick zurück auf das 29:35 in seiner alten Heimat. Klein: „Wir haben auch in Flensburg 29 Tore gemacht. Das ist momentan nicht das Problem. Aber die entscheidenden Spiele gewinnt man in der Abwehr. Da haben wir auch in der Länderspielpause dran gearbeitet.“

Der Hobby-Golfer

Die Ausbildung – ein Standbein für die Zukunft – gibt Jannek Klein, dem Familienmenschen Sicherheit. Seine Freundin Lillith, die aus Melsungen kommt, ist zu ihm nach Ludwigshafen gezogen. Im Süden der Stadt sind sie daheim. Golf – das Hobby pflegt Klein gerne auch im Kreis von Mannschaftskameraden. Allerdings bremst die Pandemie derzeit (noch) so ziemlich alle Freizeitaktivitäten aus.

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