Hoffen auf den 8. Mann

08.10.2026 10:00 // hk

Bringt der jüngste Auswärtssieg auch wieder mehr Zuschauer in die Friedrich-Ebert-Halle? Das hoffen Trainer, Mannschaft und Geschäftsführung der Eulen Ludwigshafen. Der sogenannte 8. Mann hat einen unbestrittenen Mehrwert. Am Freitag (20.00 Uhr) erwarten die Eulen Bundesliga-Absteiger GWD Minden. Sven Ernst aus Fellbach und Johannes Sippel aus Freiburg leiten die Partie des 7. Zweitliga-Spieltags. Dyn überträgt – wie alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga – live und auf Abruf. Reporter ist Karsten Knäuper, flankiert von der Eulen-Ikone Thorsten Laubscher. Der kennt jede Statistik, jede Finte und weiß aus eigener Erfahrung wie man Unmögliches möglich macht.

„Brustkrebsmonat Oktober“

Die Eulen-Profis werden sich vor dem Spiel gegen GWD Minden in pinkfarbenen Trikots warmmachen. Sie möchten so die Initiativen der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe im „Pink-tober“, dem „Brustkrebsmonat Oktober“, unterstützen. Wie im Vorjahr werden die Warmlaufshirts über E-Bay auf den Social Media Kanälen der Eulen versteigert. Der Erlös soll erneut der Aktion „Mama/Papa hat Krebs“ in Ludwigshafen zur Verfügung gestellt werden.

Guter Einstand für neuen GWD-Coach

Die Luft ist dünn in dieser verrückten 2. Liga, die nach 5 Spieltagen den ersten Trainerwechsel verzeichnete: Nach der 32:33-Niederlage in Hüttenberg stellte GWD Minden Trainer Aaron Ziercke (54) frei. Er hatte GWD 2025 zurück in die Bundesliga geführt. Nach dem unglücklichen Abstieg sollte er den Traditionsverein zurück in die Beletage des deutschen Handballs bringen. Der Start aber war mit 3:7-Punkten misslungen, Ziercke musste gehen. Über Nacht stand der Nachfolger parat: Erlingur Richardsson kam vom isländischen Erstligisten ÍBV Vestmannaeyjar. Der 54 Jahre alte Isländer kennt die Handball-Bundesliga aus seiner Zeit bei den Füchsen Berlin und feierte als Nationaltrainer der Niederländer schöne Erfolge. Zum Einstand in Minden gab’s einen 40:37-Sieg gegen den Dessau-Roßlauer HV 06.

„Wir brauchen das Feuer“

„Das ist eine Top-Mannschaft, die durchweg mit Bundesligaspielern besetzt ist. Minden ist mit großen Ambitionen gestartet und dann von den Realitäten der 2. Liga eingeholt worden“, sagt Eulen-Trainer Michael Haaß. „Um da eine Chance zu haben, müssen wir über uns hinauswachsen“, betont Haaß, der den 30:25 (13:14)-Sieg in Dormagen als Fortschritt wertet, weil sich seine Mannschaft auch durch Rückschläge und Rückstände nicht aus dem Takt und nicht aus der Ruhe bringen ließ. Eine gute, eine nach der Halbzeit überragende Abwehrleistung mit einem starken Torhüter Janis Boieck war spielentscheidend, wobei die Chancenauswertung deutlich verbessert war. Haaß: „Wir haben das Spiel gut kontrolliert, hatten einen sehr guten Rückzug und ein sehr gutes Tempospiel.“ Begeistert war „Micha“ Haaß über die Rückenstärkung in Dormagen durch die halbe Hundertschaft, die mit dem Fan-Bus angereist war. „Die haben das super gemacht“, sagt der Coach: „Wir müssen unsere eigene Halle begeistern. Wenn wir es schaffen, das Publikum mitzunehmen, hilft das. Wir brauchen das Feuer!“

Minden im Torrausch

GWD Minden war im Spiel 1 nach dem Trainerwechsel im Torrausch. Der Halblinke Karolis Antanavicius, ein Litauer, ließ es gegen Dessau richtig krachen. 10 von 12 sind eine Marke! Eine 100-Prozent-Quote verbuchte der 2,03 Meter große Kreisläufer Mika Sajenev mit 7 von 7. Mit Lasse Franz (22) ließ der neue Trainer ein Eigengewächs los, das als Shooter überraschte: 6 von 8. Spielmacher Ian Weber (5 von 8) und Linksaußen Florian Kranzmann (6 von 10) stehen gleichfalls für große Torgefährlichkeit. Was verwundert sind 37 Gegentore. „Minden steht eigentlich für eine stabile Abwehr“, weiß Eulen-Trainer Haaß. „37 Gegentore zeigen, dass sie auch verwundbar sind, obwohl sie mit Malte Semisch ja einen überragenden Torhüter haben“, sagt Eulen-Kapitän Marc-Robin Eisel und spricht mit Hochachtung von den Gästen: „Minden hat enorme Qualität im Kader!“

Der Fortschritt

„Unabhängig vom Ergebnis sehe ich viel Positives in dem Spiel“, sagt Spielmacher Eisel beim Blick zurück auf den Sieg in Dormagen. Eisel: „Im Angriff haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Wir haben zumindest über 45 Minuten einen guten Angriff gespielt, das Tempospiel war stark verbessert. Uns war klar, dass das in der Abwehr ein harter Fight werden würde. Wir haben sehr gut verteidigt und hatten eine gute Torhüterleistung. Jeder hat bei uns hat zu dem Erfolg beigetragen.“

„Wir haben uns in Dormagen schwergetan, um ins Spiel zu kommen. Von Minute zu Minute ist es aber besser geworden. Wir spielen das auch im Angriff konstant gut. Es war eine deutliche Steigerung gegenüber Nordhorn“, sagte Mihailo llic, der im Innenblock mit Monty Kleinsteuber herausragend arbeitete, lobte Trainer Haaß.

Gäste aus dem SOS-Kinderdorf in Eisenberg

Mit Lotto Rheinland-Pfalz begrüßen die Eulen am Freitag 15 Gäste aus dem SOS-Kinderdorf in Eisenberg im VIP-Raum. Angesagt hat sich auch Lotto-Prokurist Dirk Martin, ein bekennender Fan der Eulen. Die Kids haben Herbstferien, der Ausflug in die „Ebert-Hölle“ soll für sie zu einem besonderen Erlebnis werden. Die Einladungen an Gruppen aus sozial und karitativ engagierten Einrichtungen, ganz speziell auch die Einladung an die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf in Eisenberg, begrüßt Trainer Michael Haaß ausdrücklich. Haaß: „Als Sportler, als Verein, sollten wir immer wieder versuchen Kindern aus solchen Einrichtungen einzuladen, ihnen einen Abend ermöglichen, den sie sonst eher nicht erleben können.“

Fotos; Harry Reis, Dennis Weissmantel, TSV Bayer Dormagen, GWD Minden

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