Testspiel, Klappe die nächste: Am Dienstag (18.00 Uhr) treffen die Eulen in der Günter-Braun-Halle im TSG-Sportzentrum in Friesenheim auf den Drittligisten TV Kornwestheim. Eulen-Coach Michael Haaß erwartet einen starken Gegner, dessen offensive Deckung die Eulen vor besondere taktische Herausforderungen stellen dürfte. „Wir müssen improvisieren“, sagt der Trainer mit Blick auf die Baustelle am Kreis. Mit Lars Röller und Neuzugang Bruno Eickhoff fallen die beiden fest eingeplanten Kreisläufer aus. Bewährt als Helfer in der Personalnot ist Simon Schwarz. Im Training und beim 42:21-Testspielsieg beim Oberligisten SG Saulheim probte René Zobel, als Linkshänder auf Halbrechts daheim, alternativ am Kreis. Als Nothelfer einzuspringen, das ist für „Rainer“, wie ihn die Kollegen nennen, eine Selbstverständlichkeit. Die Mannschaft steht über allem!
„Ich bin fit!“
Wenn die Eulen am Dienstag gegen Kornwestheim einlaufen, dann ist einer dabei, der gefühlt schon immer dabei ist: Alexander Falk, der Rechtsaußen im Trikot mit der Nummer 20, geht in seine elfte Saison als Eulen-Profi.
„Es ist ein schönes Gefühl, noch immer dabei zu sein. Es macht mir auch immer noch wahnsinnig viel Spaß zu spielen, den Jungen mit Tipps weiter zu helfen, sie zu unterstützen. Ich komme gern zum Training und freu‘ mich auf die neue Runde. Im Trainingslager werden wir auch Zeit finden, uns Ziele zu stecken“, sagt „Falko“, der am 30. Oktober 29 Jahre alt wird. „Ich bin fit und froh, dass ich im Gegensatz zum letzten Jahr die Vorbereitung voll mitmachen kann. Letztes Jahr hatte ich keine Vorbereitung, nicht im Sommer, nicht im Winter“, erinnert der Linkshänder. Beim Sprinttraining auf der Aschenbahn im Sportpark beim Südwest-Stadion erlitt er vor einem Jahr einen Bänderriss und musste wochenlang pausieren. In der Vorbereitung auf die Rückrunde setzte ihn ein Muskelfaserriss schachmatt. Diesmal ist alles anders – und die Hoffnung keimt, dass die Außen der Eulen mehr und mehr und besser ins Spiel eingebunden werden.

Einmal Eule, immer Eule
Mit sieben Jahren hat Alex Falk bei der TSG Friesenheim mit dem Handball begonnen. Er war nur 2015/16 weg, wechselte damals zum TV Hochdorf, um Jugend-Bundesliga spielen zu können. Bei den Eulen hat der frühere Junioren-Nationalspieler Gold umrandete Kapitel der Vereinsgeschichte mitgeschrieben. So zählte Falk 2017 zu den Aufstiegshelden und war mit seinem Rechtsaußen-Pendant Pascal Durak 2018 und 2019 ein Faktor beim „Wunder von Ludwigshafen“ und beim „Wunder von Ludwigshafen 2.0“. Falk hatte Angebote anderer Vereine, letztlich hat er sich immer wieder zum Bleiben entschieden. Die Eulen sind Heimat für ihn, Ludwigshafen ist seine Stadt. Hier lebt seine Familie, hier hat er seine Freunde. Einmal Eule, immer Eule. Irgendwann in ferner Zukunft ist „Falko“ ein Kandidat fürs Traditionstrikot an der Hallenwand.
„Der Verein braucht Ruhe“
Nach dem (unglücklichen) Abstieg 2021 haben die Eulen viele sportliche Täler erlebt. Falk hat sie mit durchlitten. In vier der fünf Spielzeiten ging’s gegen den Abstieg. Es waren Nervenspiele am Rande des Abgrunds. Alex Falk, als Eigengewächs gefeiert und gewissermaßen Kult, lebte auch in schwierigen Tagen die totale Identifikation mit seinem Verein vor. Der Eulen-Club 100 hält das Spielerpatronat Falks. Der Routinier, der sich die Position auf Rechtsaußen mit dem hoch begabten Theo Straub brüderlich teilt, blickt mit gesunder Zuversicht in die Zukunft. Falk sieht in Michael Haaß „einen herausragenden Trainer“. Dessen Aura, dessen Arbeit, stärken Falks Optimismus. „Positiv für die Entwicklung ist unser Trainer. Er macht einen guten Job“, attestiert Routinier Falk. Er sieht eine Mannschaft mit Perspektive. „Die Neuen, das sind alles gut Jungs. Und mit Pawel Krawczyk haben wir einen dazu bekommen, das ist nicht nur ein guter Torwart, das ist ein total lustiger Typ. So einer hat uns gerade noch gefehlt. Bei uns fällt es leicht, sich zu integrieren.“ Die Eulen sind Falks Verein, die Turbulenzen der letzten zwei Jahre tun ihm weh. Falk: „Ich hoffe, dass sich alle einigen und wir nicht immer wieder negative Schlagzeilen in der Zeitung lesen müssen. Der Verein braucht Ruhe!“
Das treue Schlitzohr
„Alex – das ist Vereinstreue pur“, sagt Trainer Haaß, der sehr gerne mit „Falko“ zusammenarbeitet. Da paart einer Erfahrung mit Schlitzohrigkeit, da arbeitet einer mit hoher taktischer Disziplin, der cool im Abschluss ist und für einen guten Rückzug steht. „Alex ist ein wahnsinnig wichtiger Spieler für uns, der immer Leistung bringt, voran geht, den jungen Spielern hilft“, lobt der Coach: „Auch wenn es schlecht läuft, ist Alex einer, der die anderen aufmuntert, mitzieht. Und er ist ein Schlitzohr…“

Verliebt, verlobt…
Alex Falk steht für Konstanz. Im Sport wie im richtigen Leben. Seit zehn Jahren ist Sarah Weiß die Frau an seiner Seite.
Im Sommerurlaub haben sich die beiden kürzlich verlobt. Seinen Heiratsantrag hat Sarah angenommen, hat Alex verraten. „Wir sind schon so lange zusammen, leben ja auch schon lange zusammen, da war es Zeit für den nächsten Schritt“, betont Falk. Verliebt, verlobt – und nächstes Jahr auch verheiratet. In der Sommerpause 2027 wird Hochzeit gefeiert. „Die große Feier ist schon geplant“, verrät „Falko“. Mit seiner zukünftigen Frau teilt der Linkshänder auch die Liebe zum Handball. Sarah Weiß, Linkshänderin, spielt bei der SG Mutterstadt/Ruchheim.
Fotos: Harry Reis
