Die Eulen bleiben zweitklassig! Mit dem 29:27 (12:15)-Sieg im 4-Punkte-Spiel gegen den TuS Ferndorf landeten die Eulen am Samstagabend vor 2201 Zuschauern den entscheidenden Befreiungsschlag. Da TuSEM Essen zeitgleich in Lübbecke 29:30 unterlag haben die Eulen vor den letzten zwei Saisonspielen mit 24:40 Punkten 5 Zähler Vorsprung vor Essen. Das Spiel der Krefelder in Coburg am Sonntag ist für die Eulen nun tabellarisch nicht mehr wichtig. Bitter und tragisch die Verletzung von TuS-Rechtsaußen Josip Eres. Nach einem Zusammenprall mit Freddy Stüber knallte Ferndorfs Rechtsaußen folgenschwer auf die Platte. Kein Foul – nur Pech! Die erste Diagnose schockte TuS-Coach Ceven Klatt: „Schulter gebrochen, alle Bänder gerissen. Wenn das stimmt, wird er in diesem Kalenderjahr nicht mehr spielen.“ Für die „Eulen-Familie“ wünschte „Micha“ Haaß gute Besserung.
„Momo“ muss wieder operiert werden
Schmerzhafter Rückschlag für Mihailo Ilic. Der 23-Jährige, der im letzten Heimspiel der Eulen gegen den 1. VfL Potsdam nach neunwöchiger Verletzungspause ein starkes Comeback feierte, fällt erneut aus. Er muss sich einer zweiten Operation am lädierten Mittelfuß unterziehen. Bitter für Pechvogel „Momo“ Ilic – er kann auch die Abschlussfahrt der Mannschaft nach Ibiza nicht mitmachen. „Ich war nach der Diagnose geschockt. Ich war so happy wieder dabei zu sein und hätte so gerne gespielt. Aber heute gewinnen wir“, sagte Ilic vor dem Anpfiff. Und tat mit den verletzten Kollegen Nici Waldvogel und Finn Leun sowie Nachwuchs-Keeper Philipp Wenning Dienst am Cocktail-Stand. Der Erlös hilft, die Abschlussfahrt zu finanzieren. Kreisläufer Lars Röller, nach der Mittelfuß-OP auf Gehhilfen angewiesen, war am Infostand des Eulen-Clubs 100 präsent. Fünfmal hatte Freddy Stüber zuletzt wegen eines Sehnenrisses in der Hand gefehlt. Gegen Ferndorf kehrte der Kapitän nach nur drei Trainingseinheiten mit dem Team zurück. Und wurde mega wichtig!

12:15 zur Pause
Die Eulen führen nach 52 Sekunden 1:0 durch Kian Schwarzer. Dann aber bricht das Unheil über die Eulen hinein. Sie finden kein Mittel gegen Sören Servos. Der
Mittelmann trifft nach Belieben. Zur Pause hat er sechs Tore auf dem Konto. Can Adanir hat schon nach 15 Minuten sechs Paraden. Die Eulen haben erst in Minute 16 eine erste Parade von Mats Grupe. Er hat Žiga Urbič nach 12 Minuten abgelöst. In der 26. Minute und 28. kommt Urbič bei zwei Siebenmetern zurück. Einen Siebener von Eres pariert er. Die Serie von Fehlwürfen schlägt sich im Resultat nieder: 3:10 nach zehn Minuten, 6:12 nach 19 Minuten. Aber die Eulen kämpfen sich zurück ins Spiel und haben auch Pech. Bezeichnend der Innenpfostentreffer von Matteo Menges. Da prallt der Ball vom rechten an den linken Pfosten. Klasse der Steal von Theo Straub, den Schwarzer mit dem 11:14-Anschlusstreffer veredelt. Nach René Zobels starker Abwehr findet sein präziser Pass Theo Straub, der cool auf 12:15 verkürzt.

Phänomen Tilo Müller
Ferndorf geht personell auch auf der letzten Rille. So steht Ex-Eule „Jule“ Meyer-Siebert wegen einer Leistenverletzung weiter nicht zur Verfügung. Tom Jansen ist nicht fit. Und dann auch noch der Schock ob der Verletzung von Eres. Die Eulen zeigen Moral. Mats Grupe kommt auf 12 Paraden, meistert beim Stand von 28:25 auch einen Mundus-Siebenmeter (58.15). Die Eulen leben von starken Außen: Alex Falk (4 von 4), Theo Straub (3 von 3), Kian Schwarzer (5 von 7). Großartig der 18 Jahre junge Tilo Müller (2 von 3) und 3 Assists. „Ein Phänomen, lobt Trainer „Micha“ Haaß den Youngster. In der 2. Halbzeit ist auch Marc-Robin Eisel wieder der Chef auf dem Parkett: 5 von 9 dazu 3 Assists. Und Vincent Bülow unterstreicht seine Klasse: 4 von 5. „Micha“ Haaß atmet auf und durch: „Mission erfüllt!“ Beim Trainer-Talk im Foyer wurde er gefeiert!

Starker Bülow
Es war ein nervenaufreibendes Spiel. „Das kenn´ ich schon und nicht anders. Ich bin seit zehn Jahren dabei“ sagt Alek Falk. Er trifft in der 36. Minute mit einem Kempa im Zusammenwirken mit Schwarzer zum 14:17. Auch Falk ist begeistert von Tilo Müllers Auftritt. „Tilo war überragend“, schwärmt „Falko“ vom 18-Jährigen. Tilo Müller steht für entscheidende Momente: Er wirft das 18:19 und das 19:19. Tore zur Wende. In der 47. Minute trifft Marc-Robin Eisel zum 20:19. Es wird dramatisch. Nach 53 Minuten heißt es 23:23. Dann die Müller-Chance - Aufsetzer - vorbei. Aber René Zobel (4 von 8) setzt den Ball nach Tempogegenstoß in die Maschen: 24:23. Großartig das Zuspiel des jungen Tilo Müller, das Eisel zum 25:24 zu nutzen weiß. Und dann ist da im entscheidenden Moment auch Mats Grupe: Er pariert, Eisel trifft ins verwaiste Gehäuse: 26:24. Tolle Tore wie das 27:25 von Theo Straub nach Müller-Zuspiel sprechen für die Pfiffigkeit. Die Uhr zeigt 58.15, als Mundus zum Siebenmeter geht – den pariert Grupe. „Es ist ein überragendes Gefühl – vor allem weil wir damit auch den Klassenerhalt geschafft haben“, jubiliert Tilo Müller nach seinem tollen Spiel. Sein Trainer preist ihn als Phänomen. Der 18-Jährige kommt nach Kreuzbandriss zurück, ist sofort da. Er wagt was, er kann was. Der Mann der entscheidenden Minuten: Vincent Bülow – Passgeber und Torschütze.

Danke Ehrenamtler!
Dem Mitmach-Aufruf des Bundespräsidenten folgte die Ehrenamtsagentur LUnited mit einer besonderen Idee: LUnited lud 500 ehrenamtlich in Ludwigshafen engagierte Menschen zum Spiel der Eulen gegen TuS Ferndorf ein. „Wir wollen sagen: Danke, dass ihr euch engagiert“, sagt Marion Lichti, Operative Leitung und Kommunikation bei LUnited. Das Projekt stellten Anna Rapp, die Leiterin Gesellschaftliches Engagement der BASF, und Oberbürgermeister Professor Dr. Klaus Blettner in der Halbzeitpause im Interview mit Thomas Stüber, der Stimme der Eulen, vor.

Ehrengäste von der „Garage“
Spieltag für Spieltag haben Lotto Rheinland-Pfalz und die Eulen 15 Gäste aus sozial und karitativ engagierten Einrichtungen zu Gast. Beim vorletzten Heimspiel der Saison waren das 15 Ehrenamtler des Vereins ,,Die Garage Ludwigshafen e. V.‘‘. Vorsitzende des Vereins ist Dolly El-Ghandour. „Die Garage Ludwigshafen“ hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Rettung von Lebensmitteln und Bekleidung einen wichtigen Beitrag gegen die Verschwendung zu setzen und gleichzeitig damit Menschen zu helfen.
FCK-Trainer Lieberknecht als Glücksbringer
Marion Schneid, die Landtagsabgeordnete aus Maudach, kommt sonst oft als Fan. Am Samstag kam sie als Ehrengast in ihrer neuen Funktion als Vize-Präsidentin des rheinland-pfälzischen Landtags. Zu Gast war auch der Ludwigshafener Sportdezernent Lars Pletscher. Den Eulen drückte auf der Tribüne auch FCK-Trainer Torsten Lieberknecht die Daumen. Wenn er da ist, gewinnen die Eulen! Ehrengäste waren außerdem die FCK-Ikone Hans-Peter Briegel, Rudolf Storck, der Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB), und Steffen Jung, der Bürgermeister der Stadt Alzey.
Fotos: Harry Reis
