Die drei Trommler, die Eulen-Vielzweckwaffe „Tobi Manzke“ 60 Minuten unermüdlich unterstützten, hatten sich den verbalen Applaus von Hallensprecher „Stübi“ Stüber wahrlich verdient. Die Unterstützung hatte sich die beherzte Eulen-Mannschaft am Freitagabend redlich verdient. Sie spielte im Test gegen Bundesligist MT Melsungen eine ganz starke erste Halbzeit, was das 17:17 belegt. Am Ende gewann MT standesgemäß 36:31. Dass nur 100 Getreue ins TVH-Sportzentrum in Hochdorf kamen lag am ganz großen Sport. Zeitgleich schaffte die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit dem 31:28 gegen Kroatien den Einzug ins EM-Finale.
Eulen dreimal vorne
„Es war nochmal ein Schritt nach vorne. Die erste Halbzeit war aus unserer Sicht fast perfekt“, resümierte Eulen-Coach Michael Haaß. „Wir haben es sehr, sehr gut gemacht. Mit dem Stamm haben die Melsunger dann jeden unserer Fehler ausgenutzt“, bilanzierte Haaß, der sich nach dem 17:17 zur Pause sogar über die dreimalige Führung seiner Jungs freuen durfte: So erzielte Tim Schaller (5 von 7) kurz nach dem Seitenwechsel das 18:17 vom Siebenmeterstrich. So traf Kian Schwarzer, der nach der Pause für Kumpel Tim Schaller kam, zum 19:18 (33.). Das 20:19 markierte Niclas Josten, sonst im HLZ am Ball, per Tempogegenstoß in Minute 35. So erfreulich der Auftritt der Eulen auch war – „das hat keine Aussagekraft. Die Vorbereitung auf Essen beginnt am Montag“, relativierte „Micha“ Haaß mit Blick auf den Rückrundenstart am kommenden Freitag (19.30 Uhr) bei TuSEM Essen.

Drei Tore vom Geburtstagskind
Nach Schwarzers 22:25 setzte sich der Bundesligist auf 22:29 ab – das war die Entscheidung. Aber die Eulen kämpften um jedes Tor. Ihr Antreiber: Kian Schwarzer (5 von 5), das Kraftpaket. Schön die drei Tore von Kreisläufer Leon Hein, der seinen 23. Geburtstag feierte. Am Kreis startete Lars Röller und setzte seinen Aufwärtstrend fort (3 von 3). Dann kam Freddy Stüber (2 von 2) und dann eben ihr Gegenentwurf Hein. Stark in Abwehr und Angriff: Mihailo Ilic (4 von 5).
Harter Tag für Timo Kastening
Wie mag er sich gefühlt haben? Timo Kastening, der mehr als 70 mal für Deutschland spielte, ist bei der EM außen vor. Während die alten Kameraden gegen Kroatien um die Finaleinzug kämpften spielte der Rechtsaußen mit der MT Melsungen in Hochdorf gegen die Eulen. Ein Testspiel auf dem Dorf, statt bei der EM nach den Sternen zu greifen. Bundestrainer Alfred Gislason hatte den 30 Jahre alten Kastening aus dem EM-Kader gestrichen. Er favorisiert Lukas Zerbe 30, (THW Kiel) und Mathis Häseler (23, VfL Gummersbach) auf der Position.

Kians Junggesellenabschied in Köln
Zu feiern gab’s für die Eulen nach dem Spiel auch noch was: Die Truppe entführte Kian Schwarzer zum Junggesellenabschied nach Köln. Der Linksaußen, der vorher so stark spielte, heiratet im Sommer. Der Zusammenhalt in der Mannschaft lässt auch Trainer Haaß gönnerhaft strahlen!
Statistik
Eulen Ludwigshafen: Urbič (31. Grupe) - Leun (1), Eisel (3), Schmitt (1) - Straub (2), Schaller (5/3) - Röller (3) - Ilic (4), Zobel (1), Stüber (2), Menges, Josten (1), Schwarzer (5), Hein (3)
MT Melsungen: Simic (45. Krawczyk) - Enderleit (4), Forsell Schefvert (2), Stefansson (6) - Ignatow (1), Drosten (6/3) - Marchán (5) – Kristopans (3), Kulesch (2), Eickhoff (4), Altena (2), Soler (1), Riecke, Kastening
Spielfilm: 2:1 (5. Minute), 4:7 (11.), 7:11 (17.), 9:12 (18.), 12:12 (20.), 14:17 (26.), 17:17 (Halbzeit), 18:17 (31.), 19:18 (33.), 20:19 (33.), 20:20 (35.), 21:25 (39.), 22:25 (41.), 22:29 (46.), 23:29 (48.), 26:33 (54.), 31:36 (Ende) - Siebenmeter:3/3 - 3/3 - Zeitstrafen: 4/0 - Rote Karten: keine - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Kern/Kuschel.
Fotos: Harry Reis
