Spielerstimme Matteo Menges
Hallo liebe Eulen-Fans,
heute darf ich – Matteo Menges – mich mit ein paar Worten im Spieltags-Flyer an euch wenden. An diesem Mittwoch steht das Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen an – und wir alle wissen, wie wichtig diese Partie für uns ist.
Was erwartet uns gegen Dormagen? Eine sehr junge, dynamische und vor allem effiziente Mannschaft. Dormagen spielt mutig, mit viel Tempo und einer starken 1-gegen-1-Qualität. Sie suchen konsequent die Tiefe, gehen ins Eins-gegen-Eins und bestrafen jeden Schritt, der zu spät erfolgt. Genau da wird unsere Defensive gefordert sein. Wir müssen über gute Beinarbeit kommen, über Kommunikation und gegenseitige Hilfe. Jeder Zweikampf zählt, jede Aktion kann spielentscheidend sein. Wenn wir es schaffen, ihre Dynamik früh zu unterbinden und sie ins gebundene Spiel zu zwingen, nehmen wir ihnen einen großen Teil ihrer Stärke.
Offensiv mache ich mir ehrlich gesagt weniger Sorgen. Wir sind breit aufgestellt, variabel und können aus verschiedenen Systemen agieren. Unser Angriffsspiel hat in den vergangenen Wochen gezeigt, wie viel Qualität in der Mannschaft steckt. Wir haben Spieler, die Verantwortung übernehmen, die kreative Lösungen finden und in entscheidenden Momenten kühlen Kopf bewahren. Genau das brauchen wir auch gegen Dormagen.
Der „lange Mann“ und „Momo“ fehlen
Natürlich trifft uns die aktuelle Personalsituation. Unser „langer Mann“ – 2,07 Meter – fehlt uns ebenso wie unsere Abwehrmaschine „Momo“. Beide fallen nun auch noch aus. Solche Ausfälle schmerzen, keine Frage. Gerade in einer Phase, in der es tabellarisch so eng zugeht, wünscht man sich jeden einzelnen Mann an Bord. Aber Jammern bringt uns nicht weiter. Wir vertrauen auf die Jungs, die heute auf der Platte stehen. Jeder im Kader hat sich diese Chance verdient und wird alles reinwerfen.
Trotz der Verletzungen gehe ich sehr positiv in dieses Spiel. Warum? Weil ich weiß, was in dieser Mannschaft steckt. Und weil wir einen unschätzbaren Vorteil haben: euch! Mit euch im Rücken spielen wir immer mit einem Mann mehr. Die Stimmung in der Halle, die Energie von den Rängen, der Support über 60 Minuten – das kann Spiele entscheiden. Gerade in engen Phasen, wenn die Beine schwer werden und der Kopf müde ist, tragen uns eure Stimmen.
Sieg der Einheit
Das letzte Auswärtsspiel in Dessau war dafür ein gutes Beispiel. Beim Dessau-Roßlauer HV 06 haben wir als geschlossene Einheit gewonnen. Es war kein Spiel, in dem ein Einzelner alle überragt hat – es war ein Sieg der Mannschaft. Jeder hat seinen Teil beigetragen, jeder hat für den anderen gekämpft. Genau diese Mentalität zeichnet uns aus.
Ich persönlich konnte dieses Spiel leider nur vom Fernseher aus verfolgen. Verletzungsbedingt – mit einem Bruch im Mittelfinger meiner Wurfhand – war an einen Einsatz nicht zu denken. Das tut weh, vor allem wenn man weiß, wie sehr man der Mannschaft auf der Platte helfen möchte. Von außen zuzuschauen ist manchmal schwieriger, als selbst mittendrin zu sein. Aber ich war unglaublich stolz auf die Jungs. Mit welcher Leidenschaft, mit welchem Einsatz und welcher Geschlossenheit sie dort aufgetreten sind – das war stark.
Am Ende haben wir die zwei Punkte mit nach Ludwigshafen genommen – und die waren extrem wichtig. In dieser Liga ist jeder Zähler Gold wert. Die Tabelle zeigt, wie eng alles beieinanderliegt. Wir sind punktgleich mit dem TV Großwallstadt, stehen nur einen Punkt vor dem TSV Bayer Dormagen und ebenfalls nur einen Punkt hinter dem TuS Ferndorf. Mit einem Heimsieg könnten wir uns weiter nach oben arbeiten und bis auf einen Punkt an den 11. Tabellenplatz heranrücken – aktuell belegt von TuS N-Lübbecke.
Man sieht: Jeder Spieltag kann alles verändern. Zwei Punkte mehr oder weniger – und du rutschst mehrere Plätze nach oben oder nach unten. Genau deshalb dürfen wir uns keine Nachlässigkeiten erlauben. Wir müssen in jedem Spiel an unser Limit gehen, egal ob zu Hause oder auswärts.
Leider zieht sich das Verletzungspech wie ein roter Faden durch unsere Saison. Immer wieder fallen Spieler aus, immer wieder müssen andere in die Bresche springen. Wenn zwei Leute fehlen, bedeutet das automatisch mehr Spielzeit und mehr Belastung für die anderen. Unser Trainer Michael Haaß achtet sehr genau auf die Belastungssteuerung. Er versucht, die Kräfte sinnvoll einzuteilen und uns bestmöglich vorzubereiten. Aber im Leistungssport lässt sich nicht jede Verletzung verhindern. Manchmal sind es unglückliche Situationen, manchmal kleine Dinge, die große Auswirkungen haben.
Umso wichtiger ist es, dass wir als Team noch enger zusammenrücken. Und genau das passiert gerade. Spieler aus dem HLZ rücken nach, junge Talente bekommen ihre Chance. Für sie ist es eine riesige Möglichkeit, sich auf diesem Niveau zu zeigen – und für uns als Mannschaft ist es eine Bereicherung. Frischer Wind, neue Energie, unbändiger Wille. Ich freue mich darauf, heute gemeinsam mit diesen Jungs auf der Platte zu stehen und alles reinzuwerfen.
Solche Phasen können eine Mannschaft sogar stärker machen. Wenn jeder weiß, dass er gebraucht wird, wenn jeder Verantwortung übernimmt, entsteht etwas Besonderes. Wir trainieren intensiv, arbeiten an Details und versuchen, uns von Spiel zu Spiel zu verbessern. Schritt für Schritt. „Step by step“ – nicht zu weit nach vorne schauen, sondern den Fokus auf die nächste Aufgabe richten.
Und die heißt heute: Dormagen.
Wir müssen von der ersten Minute an wach sein. Keine leichten Ballverluste, keine einfachen Gegentore über die erste oder zweite Welle. In der Abwehr kompakt stehen, im Angriff geduldig bleiben und unsere Chancen konsequent nutzen. Wenn wir unsere Stärken auf die Platte bringen, sind wir schwer zu schlagen – vor allem hier in unserer Halle.
Ich wünsche euch ein spannendes und faires Spiel. Genießt die Atmosphäre, feuert uns an und bleibt laut – egal in welcher Phase. Gemeinsam können wir heute viel bewegen. Lasst uns die Halle zu einer Festung machen und die zwei Punkte in Ludwigshafen behalten.
Wir kämpfen, wir arbeiten, wir glauben an uns – und mit euch an unserer Seite ist alles möglich.
Vielen Dank für eure Unterstützung. Auf geht’s, Eulen!
Matteo Menges