Das war ein echter Ebert-Hallen-Freitags-Krimi: Vor 1774 Zuschauern unterlagen die Eulen Ludwigshafen dem ambitionierten Tabellenfünften VfL Eintracht Hagen 32:34 (17:19). Im Hinspiel noch mit zehn Toren Differenz aus der Halle geschossen, waren die Eulen im Rückrundenspiel nah dran am (verdienten) Punkt. Was wäre mit „Frieda“ Schmitt und „Momo“ Ilic möglich gewesen…

„Wir kamen für Punkte in Frage“
Zwei technische Fehler nach dem 28:28 ließen die Partie kippen. 94 Sekunden vor Schluss aber waren die unkaputtbaren Eulen nach Tim Schallers viertem verwandelten Siebenmeter auf 32:33 heran, 26 Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene war die Hoffnung dahin: Jan van Boenigk machte mit dem 34:22 klar Schiff. „Die Eulen haben super gefightet“, attestierte Hagens Trainer Pavel Prokopec. Er haderte mit der mehrfach verspielten Führung seiner Mannschaft. Eulen-Coach Michael Haaß: „Ich bin zufrieden mit dem Kampf, der Leidenschaft… Wir kamen für Punkte in Frage!“

17:19 zur Pause
Die Eulen weiter ohne Mats Grupe, Mihailo Ilic, Friedrich Schmitt und Nici Waldvogel eröffneten den Torreigen durch den ungemein abwehrstarken Alex Falk (3 von 4) nach 80 Sekunden. Nach dem 2:3 durch Finn Leun (3 von 5) in der 7. Minute aber verunglückte erst ein von Žiga Urbič eröffneter Tempogegenstoß, dann vermasselte Marc-Robin Eisel einen Gegenstoß. René Zobel musste schon nach 35 Sekunden auf die Strafbank, nahm in der 12. Minute die zweite Zeitstrafe hin. Es ging gut … Der Gast, angetrieben vom cleveren Routinier Pouya, setzte sich ab: 4:8 – zuvor blieb ein Foul an Matteo Menges (3 von 4) ungesühnt. Trainer Haaß quittierte Gelb. Von Boenigk war Nutznießer eines weiteren technischen Fehlers der Eulen – 4:9 nach 14 Minuten. Nach 17 Minuten schaltete „Micha“ Haaß um, setzte auf den Einsatz des siebten Feldspielers. Das wirkte zunächst, Menges traf zum 8:10. Dann aber wurde statt Foul auf technischen Fehler entschieden, clevere Gäste trafen wiederholt das leere Tor – 9:14 nach 21 Minuten. Nach 26 Minuten führte Hagen 17:13. Aber die Eulen kämpften sich auch dank der sieben Paraden von Žiga Urbič bis zur Pause heran - 17:19.

Philipp Wenning gefällt
In der 34. Minute ging Žiga Urbič nach einem Gesichtstreffer k.o. – es gab keine Zeitstrafe, geschweige denn Rot. Die Regel sagt was anderes! Die Eulen gerieten ins Hintertreffen: 18:23 nach 35 Minuten. Für Urbič kam der 21 Jahre junge Philipp Wenning ins Tor, hatte drei starke Paraden. Das half den Eulen wieder heranzukommen. Marc-Robin Eisel rackerte und traf (8 von 13), Kian Schwarzer (5 von 5), der großartige Kämpfer, nährte auch mit Toren aus unmöglichem Winkel die Hoffnung. Vincent Bülow (3 von 4) sammelte wichtige Spielminuten. Mit einem 3:0-Lauf kamen die Eulen zum 28:28 (49.): Tim Schaller, cool wie fast immer, per Siebenmeter zum 26:28, Lars Röller 27:28, Zobel mit Gegenstoß zum 28:28. Dann aber trafen Richter, Pouya und Jukic: 28:31. Eulen-Coach Michael Haaß lobte die Leidenschaft seiner Jungs, die klasse Paraden Wennings und die Entwicklung der Mannschaft. Jetzt aber müssen Punkte her, fordert der Trainer. „Wir waren schlecht …“, haderte Kapitän Fredy Stüber, der frei bei einem Tempogegenstoß in der 23. Minute an der Latte scheiterte. Angefressen zeigte sich Tim Schaller: „Wir kommen immer wieder dran und dann stehen wir uns wieder selbst im Weg. Wir müssen dann eben auch mal was holen!“
„Du kommst unvorbereitet rein, musst sofort da sein. Es war auf der einen Seite okay, auf der anderen Seite haben wir nichts geholt. Da war mehr möglich“, sagte Philipp Wenning. 14 technische Fehler stehen Buch, die zwei nach dem 28:28 entschieden die Partie.
Die nächste Ausfahrt ist Dresden. Am 2. April (19 Uhr) sind die Eulen beim Tabellendritten HC Elbflorenz zu Gast.

Wochenblatt Sponsor of the day
Sponsor of the day beim Heimspiel gegen Hagen war das Ludwigshafener Wochenblatt. Die Einlaufkinder stellten die HSG Mutterstadt/Ruchheim mit der weiblichen E-Jugend und die HSG Dudenhofen/Schifferstadt mit der F-Jugend.
Für eine tolle Pausenshow sorgte einmal mehr das muntere Ensemble des Dany Dance Center aus Neuhofen unter Leitung von Dany Lahdo.

Gäste vom Sterntaler
Mit Lotto Rheinland-Pfalz begrüßten die Eulen bei diesem Spiel 15 Ehrengäste vom Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen.
Fotos: Harry Reis / Lisa Schuster
